Von den zwei gesuchten "Daltons" fehlt nach wie vor jede Spur

Nachdem im September der 38-jähriger "Joe" als mutmaßliches Mitglied der "Daltons"- Bande verhaftet wurde, läuft die Fahndung nach den beiden anderen Komplizen weiterhin auf Hochtouren. Der Bande wird eine aufsehenerregenden Serie von Banküberfällen in Wien zur Last gelegt.
Daltons-Bande hält Wiener Polizei in Atem
Aktenzeichen XY sucht die Daltons
Mitglied der Daltons verhaftet

Der in Untersuchungshaft sitzende 38-Jährige behauptet, die Identität seiner Mittäter selbst nicht genau zu kennen. “Er hat sie uns bei den Einvernahmen nur per Spitznamen genannt und überhaupt nichts Konkretes gesagt”, berichtete Oberstleutnant Robert Klug vom Landeskriminalamt. Die Ermittler sind vor allem auf internationale Zusammenarbeit angewiesen. Anhand der fragmentarischen Angaben, die der Verdächtige gemacht hat, wurden Anfragen über Interpol gestellt.

“Uns fehlen Anhaltspunkte”, sagte Klug am Montag auf APA-Anfrage. Weil der Verdächtige Verbindungen nach Italien hatte, wo der eine Haftstrafe verbüßt hat, könnte er sich dort seine Komplizen gesucht haben. Das gilt aber auch für Serbien, wo er ursprünglich herkommt.

Der 38-Jährige war am 22. September nach einer Nachbehandlung im Zusammenhang mit einer mit gefälschter Identität erschlichenen Nierentransplantation im Wiener AKH verhaftet worden. Er soll Mitglied einer nach den “Lucky Luke”-Gaunern benannten Bankräuber-Bande gewesen sein, die zwei Jahre in Österreich ihr Unwesen trieb. Ihren Spitznamen verdanken die 1,65 bis 1,85 Meter großen Serientäter ihrem Aussehen: Das Trio erinnerte wegen der aufsteigenden Körpergröße an die Comic-Bösewichte und maskierte sich mit falschen Bärten und Schlapphüten.

“Joe”, wie der einsitzende Verdächtige genannt wird, hat die neun inkriminierten Überfälle laut Polizei gestanden. Der dreifache Familienvater gab an, er habe mit der Beute – insgesamt mehrere Millionen Euro – Schulden bezahlt und seinen Lebenswandel bestritten. Drei Coups fanden im Winter 2007, zwei im Frühjahr sowie im Dezember 2008 statt. Heuer schlug die Bande zwischen April und Juni dreimal zu. Bis auf ein Postamt in Wels hatten es die Täter stets auf Wiener Banken in verschiedenen Bezirken abgesehen. Auf die Spur von “Joe” kam die Polizei durch Hinweise aus der Bevölkerung.

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