Volkskrankheit Fersensporn: Das hilft

Barfuß gehen ist gesund, jedoch nicht auf harten Böden.
Barfuß gehen ist gesund, jedoch nicht auf harten Böden. ©pixabay.com
Durch das viele Barfuß- oder In-Socken-Gehen orten die Expertinnen der Orthopädie & Traumatologie Simmering, Ulrike Mühlhofer und Stephanie Arbes-Kohlert, eine neue Volks-Krankheit: den Fersensporn.

Ulrike Mühlhofer, Gründerin der Orthopädie & Traumatologie Simmering: "Grundsätzlich ist Barfußgehen gesund: in der Natur, auf unebenem Untergrund, der für unsere Füße eine Gymnastik ist, weil die Muskeln dies ausgleichen müssen. Wer allerdings zu Hause auf dem harten Parkettboden immer barfuß geht, riskiert einen Fersensporn: eine kleine, dornartige Kalkablagerung oder Verknöcherung der Sehne aufgrund der Überbelastung. Beim Auftreten ist dies sehr schmerzhaft. Als Folge des Home-Offices sehen wir derzeit einen massiven Anstieg dieses orthopädischen Problems." Für die Therapie brauchen die Betroffenen viel Geduld, denn es kann Wochen bis Monate dauern, bis die Beschwerden wieder verschwinden.


Kälte-Therapie bei Fersensporn

Sind die Schmerzen groß, helfen auch entzündungshemmende Schmerzmittel bzw. eine Kälte-Therapie: aufgelegtes Eis, ein Kyropack oder Kältespray. Dadurch wird die Durchblutung gefördert, was wiederum die Heilung beschleunigt. Stephanie Arbes-Kohlert, Co-Gründerin der Orthopädie & Traumatologie Simmering: "Auch Krankengymnastik ist ratsam: Damit wird die große Sehnenplatte der Fußsohle, die Wadenmuskulatur und die Achillessehne gedehnt. Bewusstes leichtes Überdehnen des entzündeten Gewebes ist sogar die Therapie der Wahl, denn dies fördert die Durchblutung wie Heilung. Infiltrationen versuchen wir zu vermeiden, weil sie nur kurzzeitig helfen. Davor würden wir eine nicht-invasive Stoßwellen- und Strahlentherapie durchführen."

No-Go Flip-Flops, Ballerinas und Sandalen verschlimmern Fußprobleme

Sorry, Fashionistas: Sommerliches Schuhwerk wie bequeme Flip-Flops, flache Ballerinas und Sandalen ohne Absatz wie Fußbett fördern leider den Fersensporn. Wer dazu neigt, sollte auch im Sommer Schuhe tragen, in denen auch spezielle Fersensporn-Einlagen Platz finden: individuell vom Bandagisten angefertigte Loch- beziehungsweise viskoelastische Einlagen, die mit einer Art Gel gefüllt sind. Sie verteilen den Druck auf den gesamten Fuß, federn Stöße ab, stabilisieren und stützen das Fußgewebe. Beim hinteren Fersensporn an der Achillessehne helfen auch Fersenkissen oder Fersenkeile, die zur Dämpfung in die hintere Schuhkappe geklebt werden.

Hallux, Spreiz- oder Senkfuß: die Folgen von Barfußgehen und High-Heels

Passionierte Barfußfans riskieren im Sommer neben dem Fernsporn aber auch noch ein weiteres orthopädisches Problem: einen Senkfuß, der durch zu viel Gewicht auf den Füßen verursacht wird. Auch das Gehen in High-Heels ist kein Spaziergang. Denn dies kann zu einem Hallux, einer schmerzhaften Fehlstellung der großen Zehe, oder einem Spreizfuß führen, einer Verbreiterung des Vorderfußes. Grund dafür ist eine falsche Fußbelastung wie Druck-Verteilung durch hohe und schmale Absätze. An einen eleganten Gang, Sinn der Übung mit High-Heels, ist dann nicht mehr zu denken.

Wellness für die Füße

Auch bei Hallux, Senk- sowie Spreizfuß helfen stützende Einlagen und gezielte Fuß-Gymnastik:

1. Das bewusste Dehnen der Plantar-Faszie (Fußsohle).

2. Das Einkrallen der Zehen und Fußsohle im Wechsel mit den Dehnübungen.

3. Bewusstes Gehen auf den Zehenspitzen.

4. Bewusstes Gehen auf der Ferse.

5. Bewusstes Gehen auf der Außenkante des Fußes.

6. Handtücher, Socken und Stifte mit den Zehen aufheben.

7. Die große Zehe am Abend aktiv nach innen biegen: Diese Übung ist am Anfang unangenehm, kann Hallux-Beschwerden aber lindern.

(APA/Red)

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