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Viren-Alarm auf La Reunion

In weißen Schutzanzügen und mit Gasmasken ziehen französische Soldaten von Haus zu Haus. Die Bewohner müssen Türen und Fenster schließen.

Gärten und Umgebung werden mit Wolken von Insektengift eingenebelt.Auf der französischen Insel La Reunion vor der Ostküste Afrikas kämpfen hunderte Militärangehörige und Helfer einen schier aussichtslosen Kampf gegen eine Stechmücke, die Überträger des Chikungunya-Virus’ ist. Die äußerst schmerzhafte Krankheit hat in dem Urlaubsparadies inzwischen schon fünf Prozent der Bevölkerung erfasst und droht, sich auch auf umliegende Inseln auszubreiten.

Niedergeschlagen, schlaff, graues Gesicht, Hautausschläge und Schüttelfrost: Wer das Chikungunya-Virus in sich trägt, liegt meist wochenlang im Krankenhaus. Ein Gegenmittel gibt es nicht. „Ich hatte starkes Fieber, dann Schmerzen in den Fingern, Armen und Ellbogen“, berichtet die Pensionistin Agnes Delismard. Nach einem Mückenstich sei es ihr „unmöglich geworden zu laufen“. In schweren Fällen halten die Gelenkbeschwerden über Monate oder gar Jahre an.

Von den Symptomen rührt auch der Name der Krankheit her, denn Chikungunya heißt auf Kisuaheli „der gekrümmt Gehende“. La Reunion, das 800 Kilometer östlich von Madagaskar liegt, wird seit Februar vergangenen Jahres von der Epidemie heimgesucht. In den vergangenen Wochen gab es einen starken Schub von Erkrankungen auf der tropischen Hochgebirgsinsel mit 700.000 Einwohnern, die Zahl der Krankheitsfälle erhöhte sich auf inzwischen 30.000 bis 35.000.

Zwar ist Chikungunya normalerweise nicht tödlich, bei Schwangerschaften kann das Fieber aber gefährlich werden. „Die Krankheit kann bei Neugeborenen in schweren Formen auftreten, vor allem, wenn sie noch im Mutterleib übertragen wird“, sagt Gilles Brücker vom Pariser Institut für Gesundheitsüberwachung (InVS). Noch sei nicht klar, welche Auswirkungen die Krankheit auf die psychomotorische Entwicklung der Babys haben könne.

Angesichts der Ausbreitung der Krankheit entschied die Regierung in Paris – 9.000 Kilometer von La Reunion entfernt – am Wochenende, 400 zusätzliche Soldaten zur Mückenjagd einzusetzen. Damit steigt die Zahl der staatlich bestellten Insektenbekämpfer auf fast 2.000. Frankreichs Gesundheitsminister Xavier Bertrand brachte Anfang der Woche weiteres medizinisches Personal mit, um die seit Monaten im Dauereinsatz befindlichen Ärzte und Krankenschwestern zu entlasten. Am Dienstag flog er auf die gleichfalls französische Insel Mayotte vor der Nordküste Madagaskars. Auch dort gab es laut Bertrand schon erste Fälle von Chikungunya.

Auf dem afrikanischen Festland und in Südostasien tritt die Krankheit ebenfalls immer wieder auf. Auch wenn noch nicht absehbar ist, ob sich Chikungunya in diesem Jahr außerhalb von La Reunion besonders stark verbreitet, empfehlen Experten Urlaubern für diese Gegenden generell einen guten Schutz gegen Insektenstiche. Dazu zählen lange Hosen und Oberteile, Mückennetze sowie Cremes oder Sprays.

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