Vienna krönt sich gegen Sportklub zum Stadthallensieger!

114 Jahre und 135 Tage alt musste die Vienna werden, um zum ersten Mal das Wiener Stadthallenturnier zu gewinnen. Vienna kam im Derby gegen den Sportklub zu einem klaren 8:1 Sieg. Bilder vom Finale  | Die besten Bilder: Wiener Bandenzauber, Tag 2 

Im Finale des Wiener Stadthallenturniers 2009 standen sich überraschend die beiden Wiener Underdogs Sportklub und Vienna gegenüber. Sowohl die Schwarz-Weißen (7:2 gegen Rapid), als auch die Blau-Gelben (8:3 gegen SC Magna) zogen souverän ins Endspiel ein. Im Duell der Regionaligisten erzielte schon nach wenigen Sekunden Geburtstagskind Fading die Führung für die Vienna. Pech für Sportklub-Goalie Harrauer beim zweiten Treffer der Döblinger. Slawiks Schuß ging von der Latte an dessen Rücken und landete im Tor. Fading erhöhte in Minute sieben zur 3:0 Pausenführung, Sportklubs Elan vom Spiel gegen Rapid war spurlos verschwunden.

Milosevic, Ilic und Strohmayer sorgten mit ihren Toren in Hälfte zwei für die Vorentscheidung. Für Sportklubs Ehrentreffer aus einem direkten Freistoß sorgte Akaslan. Der 38-jährige Fellner, der älteste Spieler des Turniers, trug sich mit dem 7:1 in die Schützenliste der Döblinger ein. Mit dem 8:1 setzte der überragende Fading seiner Leistung die Krone auf. Mit Sarkasmus statt Hass traten die Fans der beiden Finalteilnehmer auf. So sangen Schwarz-Weiß und Blau-Gelb vereint: “Es gibt nur ein Wiener Derby.”

Andreas Fading (“Dribblanski” des Turniers und Torschützenkönig, Vienna): “Wir wollten nur guten Fußball zeigen – jetzt ist uns etwas sehr Großes gelungen, das ist einmalig in der Klubgeschichte. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk kann man sich nicht wünschen. Wir sind eine sehr gute Mannschaft und wollten das Turnier unbedingt gewinnen.”

Peter Stöger (Vienna-Trainer): “Meine Spieler haben gezeigt, dass sie Klasse haben. Doch der Sportklub hat das Gleiche gezeigt. Die Regionalliga Ost ist eine starke Liga. Die Mannschaft hat ihre Qualität umgesetzt – bei uns wollten alle unbedingt am Turnier teilnehmen. Dass Fading Qualitäten hat und ein ausgezeichneter Hallenspieler ist, wussten wir.”

Slobodan Batricevic (Sportklub-Trainer): “Ich bin ein wenig traurig, weil wir Geschichte schreiben hätten können. Doch ich habe bei beiden Vereinen Fußball gespielt – und mir liegen beide am Herzen. Wenn schon nicht der Sportklub gewinnt, dann wenigstens die Vienna. Gratulation.”

Michael Harrauer (Sportklub-Tormann): “Das Finale war ein Riesen-Erfolg. Natürlich sind wir ein wenig betrübt aufgrund der Niederlage.”

Finale:
Wr. Sportklub – Vienna 1:8 (0:3)
SR Stuchlik, Tore: Akaslan (23.) bzw. Fading (1., 8., 30.), Slawik (5.), Milosevic (18.), Ilic (20.), Strohmayer (20.), Fellner (27./Freistoß). Blaue Karte: Akaslan bzw. keine

Dribblanski des Turniers
Andreas Fading wurde an seinem Geburtstag der große Abräumer. Der Spieler des Tages am Sonntag und der Torschützenkönig des Turniers wurde auch zum Dribblanksi des Turniers gewählt. Kein Bundesligaprofi, sondern ein Regionalligaspieler – Fading arbeitet im Alltag bei der MA48 – wurde zum Star der Stadthalle. Ein außergwöhliches Präsent überreichten ihm anschließend die Vienna-Fans: Ein oranges Modell-Müllauto.  Als Tormann des Turniers wurde Raimund Hedl (Rapid) ausgezeichnet: “Jede Auszeichnung ist etwas Besonderes. Nach elf Jahren wieder zum besten Goalie in der Stadthalle gewählt werden, ist ein schönes Gefühl.”

Rapid Wien holt sich mit Kantersieg Platz drei
Rapid revanchierte sich bei seinen Fans für die Halbfinalschlappe gegen den Sportklub und zermürbte den Wr.Neustädter Krösus mit 11:4. Thonhofer eröffnete den Torreigen und zwischen Minute vier und sieben erhöhten Drazan, Dober, Gartler und Pehlivan auf 5:0. Abermals Thonhofer, Harding und Sandic sorgten für die Treffer sechs, sieben und acht. Für die Niederösterreicher scorten Kurtisi und Ex-Rapidler Martinez. Nach der Pause erzielte Drazan zunächst das 9:2, ehe Thonhofer den zehnten Rapidtreffer beisteuerte. Kurtisi und Simkovic verkürzten im Gegenzug auf 4:10, doch Hoffers Treffer setzte den Schlußstrich unter das trefferreichste Spiel des diesjährigen Turniers. Marcel Ketelaer (Rapid) sprach von einer “guten Trainingseinheit” und einem zumindest versöhnlichen Ende: “Wir haben uns da den Frust von der Seele geschossen.”

Spiel um Platz 3:
Rapid – FC Magna Wr. Neustadt 11:4 (8:1).
SR Lechner, Tore: Thonhofer (2., 12., 23.), Drazan (4., 20.), Dober (5.), Gartler (6.), Pehlivan (7.), Harding (14.), Sandic (15.), Hoffer (25.) bzw. Kurtisi (13., 23.), Martinez (16.), Simkovic (23.)

Rekordsieger Austria blamiert sich – Letzter Platz
Mit einer totalen Blamage ging das Turnier für Titelverteidiger und Rekordsieger Austria zu Ende. Die Elf von Coach Karl Daxbacher musste sich nach einer 3:5-Niederlage gegen den LASK mit dem letzten Platz und der Tatsache kein einziges Spiel gewonnen zu haben abfinden. “Das ist enttäuschend. Einige sind jetzt wieder auf dem Boden der Realität angekommen. Der eine oder andere wird überschätzt oder überschätzt sich auch selbst”, resümierte Daxbacher. Bei einigen Spielern hätten sich auch technische Mängel bemerkbar gemacht, die auf dem Rasen so nicht erkennbar seien.

Die Austria muss länger auf Aleksander Dragovic (Nasenbeinbruch) und Philipp Netzer (Seitenbandriss und Teilabriss des hinteren Kreuzbands im Knie) verzichten, zudem zogen sich Rubin Okotie (Bauchmuskelzerrung) und Paul Bichelhuber (Knöchelverletzung) leichte Blessuren zu und wurden daher am Sonntag nicht mehr eingesetzt. “Vier Verletzte zum Frühjahrs-Auftakt sind schon ein Wahnsinn”, sagte Daxbacher.

Hütteldorfer gewinnen Nachwuchsturnier und Legendenderby
Nicht ganz austrainiert, aber motiviert gingen die Rapid- und Austriaoldies in das Legendenderby. Den Sieg holten sich auch hier die Grünweißen. 4:3 siegten Kühbauer und Co gegen Polster und Co. Kurios: Zoran “Zoki” Barisic, dessen Spezialität am Feld eigentlich Freistoßtore waren, musste gegen Ende das Tor der Hütteldorfer hüten, nachdem Goalie Unger die blaue Karte sah. Rapids U-13 gewinnt das Stadthallen-Nachwuchs-Turnier gegen ihre Alterskollegen der Wiener Austria mit 1:0. Vienna belegte mit einem klaren 5:1 Sieg vor dem Sportklub den dritten Platz.

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