Videodolmetscher hunderte Male in Kindergärten und Schulen im Einsatz

Zu Ostern fiel der Startschuss für das Videodolmetsch-Angebot.
Zu Ostern fiel der Startschuss für das Videodolmetsch-Angebot. ©Tobias SCHWARZ / AFP (Symbolbild)
Ostern brachte Österreich ein neues Videodolmetsch-Angebot, das auf Kindergräten sowie Volks- und Mittelschulen abzielt. Cirka 400 Mal wurde auf dieses Angebot bis zu den Sommerferien zurückgegriffen, in den meisten Fällen an Volksschulen.

Um bei heiklen Themen wie Förderung, Entwicklung oder Bildungslaufbahn Missverständnisse aufgrund von Sprachbarrieren oder kulturellen Gründen zu vermeiden, können bei Gesprächen mit Eltern per Telefon, Tablet, Handy oder Laptop Übersetzer zugeschaltet werden.

Digitale Dolmetschangebote gibt es bereits länger

Bei Menschen, die kaum Deutsch sprechen, werden im Gesundheitsbereich oder in Ämtern schon länger digitale Dolmetschangebote eingesetzt. An Bildungseinrichtungen wurden hingegen bisher oft Lehrer mit Fremdsprachenkenntnissen oder die Kinder selbst als Übersetzer herangezogen. Aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, mit denen von der Coronavirus-Pandemie besonders benachteiligte Menschen unterstützt werden sollen, werden Videodolmetsch-Angebote in den Jahren 2021 und 2022 nun auch im Bildungsbereich finanziert.

Im vergangenen Schuljahr wurde der Videodolmetsch innerhalb von zehn Wochen exakt 403 Mal genutzt, zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ durch Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Die meisten Einsätze gab es an den Volksschulen (243 Fälle), gefolgt von den Mittelschulen (110) und Kindergärten (50). Im Burgenland wurden Videodolmetscher bisher nur an Volksschulen bei Elterngesprächen hinzugezogen, in Kärnten nur in Kindergärten und Volksschulen und in den anderen Bundesländern an allen drei Einrichtungen.

Arabisch bei Übersetzungen vorne

Am häufigsten wurden Übersetzungen aus dem Arabischen (82), Rumänischen (73) und Türkischen (52) benötigt. Insgesamt gab es an den Bildungseinrichtungen Videodolmetsch-Einsätze in 26 Sprachen. Grundsätzlich können die Kindergärten und Schulen aus insgesamt 34 Sprachen (darunter auch Gebärdensprache) wählen, bei den 17 häufigsten Sprachen stehen Übersetzer oder Übersetzerinnen innerhalb weniger Minuten bereit. Das Service ist zwar vor allem für vereinbarte Gesprächstermine wie die verpflichtenden Eltern-Kind-Gespräche, Elternsprechtage oder Elternabende gedacht. Es kann aber auch für spontane Gespräche angefragt werden, etwa wenn sich beim Abholen des Kindes Fragen ergeben.

(APA/Red)

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