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vida-Chef Hebenstreit fordert Maßnahmen: Heimische Wirtschaft mit Gutscheinen stützen

Eine eigene Urlaubs- und Abfertigungskasse soll den Tourismus entlasten und Arbeitnehmer stärken, so einer der Ansätze Hebenstreits
Eine eigene Urlaubs- und Abfertigungskasse soll den Tourismus entlasten und Arbeitnehmer stärken, so einer der Ansätze Hebenstreits ©APA/HELMUT FOHRINGER
Roman Hebenstreit, seines Zeichens Chef der Verkehr- und Dienstleistungsgewerkschaft vida, fordert von der Bundesregierung schnelle und wirksame Maßnahmen, um die heimische Wirtschaft in der Coronakrise anzukurbeln.
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Österreichs Wirtschaft schrumpft weiter

Hebenstreits Wunsch ist, dadurch Beschäftigung zu erhalten. So sollte die Tourismusbranche mit Gutscheinen für Urlaube und Gasthausbesuche gestützt werden, nach dem Vorbild des Wiener Gastro-Gutscheins. Gutscheine hätten den Vorteil, dass sie sofort ausgegeben werden und das Geld Jobs und Betriebe erhält.

Hebenstreit sieht Finanzminister Blümel am Zug

"Der Finanzminister hat das jetzt in der Hand", sagte der Spitzengewerkschafter im Gespräch mit der APA. Er regt einen "Österreich-Gutschein" an, mit dem man ins Gasthaus gehen kann, Urlaub machen oder regionale Produkte einkaufen kann. Die Abwicklung der bisherigen öffentlichen Förderungen dauere oft zu lange, viele Anträge aus dem Frühjahr seien noch gar nicht behandelt. Die Regierung solle ihr Versprechen - niemand werde zurückgelassen, koste es, was es wolle - endlich einhalten, denn schon jetzt würden viele Tausende zurückbleiben. Das vor dem Sommer versprochene Hotelleriepaket der Tourismusministerin gebe es immer noch nicht, kritisiert Hebenstreit.

Vorschlag: Urlaubs- und Abfertigungskasse wie in der Baubranche

Als weitere Stützungsmaßnahme für die angeschlagene Tourismuswirtschaft schlägt der Gewerkschafter die Schaffung einer Urlaubs- und Abfertigungskasse nach dem Vorbild der Baubranche vor. Damit könne man die Arbeit im Tourismus für die Beschäftigten attraktiver machen, und gleichzeitig die Eigenkapitaldecke der Betriebe stärken. Wenn die Urlaubs- und Abfertigungsansprüche in diese Kasse ausgelagert würden, könnte die Regierung als Hilfsmaßnahme die Kosten für den Wechsel übernehmen, und die Betriebe könnten Rückstellungen auflösen. Das würde bei der Stabilisierung der Arbeitsmarktlage im Tourismus helfen. Für die Beschäftigten hätte es den Vorteil, dass die Nachteile des saisonalen Arbeitens abgefedert und die Tourismusberufe dadurch attraktiver würden, die hohe Fluktuation in der Branche werde sinken, so der Spitzengewerkschafter. Am Bau funktioniere das Modell seit vielen Jahrzehnten sehr gut.

Gegen Rekord-Arbeitslosigkeit wegen Corona-Krise: Arbeit soll neu verteilt werden

Um die Rekord-Arbeitslosigkeit zu bekämpfen sollte die Arbeit neu verteilt werden, fordert Hebenstreit. So sollte etwa die Altersteilzeit erweitert werden, um dadurch einerseits Ältere zu entlasten und länger im Arbeitsleben halten zu können, und andererseits für Jüngere neue Arbeitsplätze zu schaffen. "Altersteilzeit attraktivieren und ausbauen wäre das Gebot der Stunde", meint der Gewerkschafter. Es dürften aber dadurch die Pensionen nicht sinken, dafür brauche es staatlichen Ausgleich. Der Zugang zur Altersteilzeit wurde unter Schwarz-Blau erschwert, zumindest das sollte wieder rückgängig gemacht werden.

Hebenstreit: "Wir sind Überstundenkaiser"

In Österreich würden auch sehr viele Überstunden gemacht. "Wir sind Überstundenkaiser", konstatiert Hebenstreit. Hier könnte man eine gesetzliche Mindestfreizeit pro Jahr regeln, um die zusätzlichen Arbeitsstunden zu verringern. Dazu müsste aber auch ein entsprechend höheres Lohnniveau sichergestellt werden, damit man auch ohne die Mehrleistungen finanziell über die Runden komme. "Dass man in vielen Branchen nur mehr mit Überstunden überleben kann, das kann ja nicht der Sinn des Lebens sein."

Weiters sollte der Staat bei den öffentlichen Aufträgen endlich vom Billigstbieterprinzip wegkommen und soziale Kriterien einbauen, etwa dass die Vergabe von Staatsaufträgen nur an Betriebe erfolge, die Frauen fördern, auch ältere Beschäftigte haben und Lehrlinge ausbilden. Damit könnte man mehr Steuergeld in österreichische Arbeitsplätze investieren, argumentiert der Gewerkschafter. Der Staat könne damit das Milliardenvolumen bei den öffentlichen Aufträgen gezielt steuern. Hebenstreit kritisiert auch, dass Österreich die Schutzmasken gegen die Verbreitung des Coronavirus in China bestelle statt in Österreich.

1.000-Euro-Gutschein für Urlaube und Gastronomie gefordert

Hebenstreit, hat mit seiner Idee eines Österreich-Gutscheins für alle aufhorchen lassen. Vorbild ist der Wiener Gastro-Gutschein. "Um den Tourismus und die Wirtschaft in Summe anzukurbeln, wären 1.000 Euro mit Sicherheit ein gutes Anreizsystem", konkretisierte er am Montag im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radios seinen Vorschlag.

Einen Gutschein in dieser Höhe sollte seiner Meinung nach jeder in Österreich für Urlaube und Gasthausbesuche erhalten, um die heimische Wirtschaft in der Coronakrise anzukurbeln und Beschäftigung zu erhalten.

Hebenstreit konkretisiert Vorschlag

"Man könnte das beispielsweise auch befristen, um hier den Wintertourismus entsprechend zu beflügeln - man könnte den Gutschein aber natürlich auch anwenden auf den Handel, auf regionale Produkte, etc., alles das, was in Österreich zu einer Stärkung der Kaufkraft führt", meinte er mit Blick auf die vielen Menschen, die arbeitslos oder in Kurzarbeit sind, gerade in der Tourismusbranche. "Wenn jemand andere Ideen hat, dann auf den Tisch damit", forderte Hebenstreit auf. "Was wir brauchen ist eine Stärkung der Umsätze, wir brauchen eine Stärkung der Regionen und wir brauchen eine Stütze für die arbeitenden Menschen", hielt der Gewerkschafter fest.

ÖHV und Wirtschaftskammer reagieren positiv

Auf positive Resonanz trifft sein Vorschlag naturgemäß bei der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV): "Im Moment, glaub ich, hilft uns alles. Und es wäre vielleicht wieder so eine Initiative, dass Österreicherinnen und Österreicher auch in unseren Land Urlaub machen", sagte ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer in der Radiosendung. "Gleichzeitig wäre viel wichtiger, dass wir von allen Reisewarnungslisten runterkommen - das wäre die tatsächlich bessere Förderung", ergänzte sie.

Auch in der Wirtschaftskammer Österreich kann man sich so einen 1000-Euro-Bon für jeden in Österreich gut vorstellen. "Eine Gutschein-Lösung ist eine gute Sache - alles, was hilft, ist gut, ist aber ein einmaliges Geschenk", betonte auch der Spartenobmann für Tourismus, Robert Seeber. "Wichtiger im jetzigen Stadium wäre die Verlängerung des Fixkostenzuschusses 2, der bei der EU noch anhängig ist und noch nicht durch ist." Da müsse die Regierung jetzt mehr Druck machen, denn ein Zuschuss hätte längerfristige Effekte.

Gewerkschaft macht Zusatzvorschlag

Zusätzlich zu dem Gutschein schlägt die Gewerkschaft eine Urlaubs- und Abfertigungskasse für die Tourismuswirtschaft - nach dem Vorbild der Baubranche vor, für die es die BUAK (Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse) gibt. Die Betriebe könnten in weiterer Folge Rückstellungen auflösen und für die Beschäftigten hätte es den Vorteil, dass die Nachteile des saisonalen Arbeitens abgefedert würden.

(APA/Red)

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