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Verurteilter Wiener Kinderarzt praktiziert nicht mehr

Der im Dezember verurteilte Kinderarzt hat seine Ordination geschlossen.
Der im Dezember verurteilte Kinderarzt hat seine Ordination geschlossen. ©APA (Sujet)
Ein im vergangenen Dezember wegen Amtsmissbrauchs verurteilter Wiener Kinderarzt hat seine Ordination geschlossen. "Er hat im Februar seinen Kassa-Vertrag zurückgelegt und ist nicht mehr als Arzt tätig", so Susanne Schönmayr von der Wiener Ärztekammer.
Kinderarzt verurteilt
Schlampige Behandlungen als Vorwurf

Unabhängig von den strafrechtlichen Vorwürfen hatte die Ärztekammer eine Prüfung gegen den 70-Jährigen eingeleitet, weil Patientenbeschwerden Zweifel an seiner gesundheitlichen Eignung für den Arztberuf nährten. Wie Schönmayr gegenüber der APA durchblicken ließ, dürften sich diese Zweifel bestätigt haben.

In einem Bescheid wurde dem Mediziner die gesundheitliche Eignung abgesprochen. Mit dem Zurücklegen seines Vertrags kam er dann von sich aus einer Maßnahme der Ärztekammer zuvor.

Verurteilter Kinderarzt schloss Ordination

Der Mediziner war Mitte Dezember 2013 im Straflandesgericht schuldig gesprochen worden, weil er bereits im Jahr 2010 drei Kinder untersucht und bei diesen keinerlei Auffälligkeiten vermerkt hatte, obwohl sie erhebliche Entwicklungsmängel aufwiesen. “Es ging bei Ihnen darum, schnell so viele Kinder wie möglich zu behandeln”, stellte die Richterin fest. Deswegen habe der Arzt die drei kleinen Patienten unzureichend untersucht und diesen somit “die Möglichkeit genommen, dass man ihre Entwicklungsstörungen behebt”.

Bei Untersuchungen schlampig gearbeitet

Gegen seine Verurteilung hatte der 70-Jährige, der die wider ihn erhobenen Anschuldigungen als haltlos zurückwies (“Ich bin nicht schlampig”), Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung eingelegt. Die zuständige Staatsanwältin meldete Strafberufung an.

Der Kinderarzt hatte seit 1982 in einem Bezirk mit einem hohen Migranten-Anteil eine Praxis betrieben. Eigenen Angaben zufolge betreute er zuletzt täglich 50 bis 100 Patienten, wobei seine Ordination von 11.30 Uhr bis in den Abend hinein offen hielt. Vor dem Strafgericht hatte er die durchschnittliche Zeit für eine Untersuchung auf fünf bis sieben Minuten veranschlagt.

(APA/Red)

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