Versuchter Betrug mit falschem Faberge-Ei in Wien-Neubau

Dieses gefälschte Faberge-Ei wollten die Betrüger um 500.000 Euro verkaufen
Dieses gefälschte Faberge-Ei wollten die Betrüger um 500.000 Euro verkaufen ©BPD Wien
In Wien wurden vier Betrüger festgenommen, die ein gefälschtes Faberge-Ei in Neubau verkaufen wollten. Verdeckte Ermittler kamen dem Quartett auf die Schliche.
Das falsche Faberge-Ei

Bereits Anfang Dezember wurde dem Landeskriminalamt Wien, Außenstelle West (Gruppe Bahmer / Leitung Oberst Rabensteiner) bekannt, dass eine Tätergruppe versuchte, ein wertvolles gestohlenes Faberge-Ei zu verkaufen. Tatsächlich kam es dann zu einem Treffen in der Nähe des Westbahnhofes zwischen Beschuldigten und einem (verdeckten) Ermittler.

Faberge-Ei angeblich 500.000 Euro wert

Bei diesem Treffen boten zwei der aus Linz angereisten Täter dem Polizisten ein vermeintliches Faberge-Ei an und zeigten gleichzeitig auf einem Notebook ein Foto der Sachen-Fahndungsliste des Bundeskriminalamtes. Hier war zu sehen, dass das Ei aus einem Einbruch in Niederösterreich stammt und einen Wert von 500.000 Euro repräsentiert. Die Männer vereinbarten daraufhin mit den vemeintlichen Interessenten einen Kaufpreis von 50.000 Euro.

Am Montag um 18:00 Uhr sollte der “Kauf” zwischen den Männern und dem verdeckten Kriminalisten in einem Kaffeehaus auf der Mariahilfer Straße schließlich abgeschlossen werden. Von dort aus wurde der Ermittler zu einem nahe gelegenen Hotel gelotst, wo die drei Komplizen mit dem prunkvoll gestalteten Ei warteten und ihrem “Kunden” auf einer Toilette im Eingangsbereich präsentierten.

Falsche Preziose, täuschend echt

Dabei klickten für die vier Oberösterreicher im Alter von 22 bis 51 Jahren (zwei davon hatten als “Aufpasser” bzw. “Begleiter” fungiert) die Handschellen. Von Geständnissen sei bei dem Quartett keine Spur, berichtete die Polizei. Eine erste Begutachtung des sichergestellten angeblichen Faberge-Eis ergab, dass es sich um eine Fälschung im Wert von nur einigen hundert Euro handelt.

Außerdem stellte sich heraus, dass es sich bei dem übergebenen Schmuckstück nicht um das in Niederösterreich gestohlene handelt – jenes im Mai 2010 entwendete, goldene Ei dürfte nach bisherigen Erkenntnissen tatsächlich ein echtes Faberge-Ei sein. Die angebotene Fälschung sieht laut Polizei aber täuschend echt und genau so aus wie das gesuchte. Den vier Verdächtigen wird demnach nicht Hehlerei, sondern schwerer Betrug vorgeworfen.

Luxus-Produkt Faberge-Ei

Als Faberge-Eier werden Schmuckgegenstände in Form von Ostereiern bezeichnet, die aus der Werkstatt des Goldschmieds Carl Peter Faberge in St. Petersburg stammen und von 1885 bis 1917 gefertigt wurden. Sie gelten als Inbegriff von Goldschmiedekunst und sind ein Synonym für Luxus. Die weiteren Ermittlungen zum Fall um das gefälschte Faberge-Ei sind im Gange.

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