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Verschwundenes Flugzeug MH370 - Wiener Psychologin: "Transparente Kommunikation ist wichtig"

Bei einem plötzlichem Todesfall wie durch einen Flugzeugabsturz gibt es keine Möglichkeit zum Abschiednehmen.
Bei einem plötzlichem Todesfall wie durch einen Flugzeugabsturz gibt es keine Möglichkeit zum Abschiednehmen. ©EPA
Offiziell wurde Flug MH370 für verloren erklärt, doch die Hinterbliebenen sind nach der verwirrenden Kommunikationspolitik misstrauisch und fordern Beweise für den Absturz. "Wichtig wäre eine transparente Kommunikation", sagte Notfallpsychologin Irene Rausch.
Suche nach Wrack unterbrochen
Boing stürzte in den Ozean

Solange keine Wrackteile gefunden werden, könnte es bei Angehörigen zu einer “Realitätsverweigerung kommen”.

Dadurch, dass bisher nichts von der seit 8. März vermissten Malaysia Airlines-Maschine gefunden wurde, könnten sich Angehörige Hoffnung machen, dass es Überlebende gibt, “auch wenn die völlig unrealistisch ist”, sagte die Wiener Psychologin, die auch Flugangst-Seminare leitet.

Flug MH370: Situation für die Angehörigen

Neben praktischer Unterstützung wie der Regelung von Alltagsdingen, damit die Angehörigen den Kopf freibekommen, sei emotionale Unterstützung nun erforderlich. “Zeit nehmen, zum Reden ermuntern, eine Schulter zum Anlehnen anbieten”, erklärte Rausch. Klare Gedankengänge sind für die Hinterbliebenen “nicht so gut möglich, sie befinden sich in einem Ausnahmezustand”.

Bei einem plötzlichem Todesfall wie durch einen Flugzeugabsturz gibt es keine Möglichkeit zum Abschiednehmen. “Hier übernehmen Ersatzrituale wichtige Funktionen”, so die Expertin, die auch bei der Kaprun-Katastrophe im Einsatz war. So ist es beispielsweise wichtig, sollten persönliche Gegenstände gefunden werden, diese den Angehörigen refundiert werden, das “erleichtert die Trauer”, meint Rausch.

(APA)

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