Verschärfungen im Osten: Neue Maßnahmen kommen

Über Ostern dürfte uns ein "echter Lockdown" erwarten.
Über Ostern dürfte uns ein "echter Lockdown" erwarten. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Die Landeshauptleute von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland dürften sich in der Nacht auf Mittwoch auf verschärfte Maßnahmen geeinigt haben. Im Gespräch sei eine "Osterruhe" mit "echtem" Lockdown. Weitere Details sollen am Mittwoch verkündet werden.

Im Osten Österreichs wird es aufgrund der übermäßigen Belastung der Spitäler mit Corona-Intensivpatienten zu neuen Maßnahmen kommen. Das erfuhr die APA Mittwoch früh aus Verhandlerkreisen. Die Details werden heute bekannt gegeben. Die Landeshauptleute von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland haben bis tief in die Nacht mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gerungen und sich gegen 2.30 Uhr auf Verschärfungen geeinigt.

"Osterruhe": "Echter" Lockdown im Gespräch

Im Gespräch war ein echter Lockdown, man hielt sich Mittwochvormittag aber mit Informationen noch vollkommen bedeckt, was für große Verwunderung sorgte. Die geplanten Maßnahmen sollen erst am Abend der Öffentlichkeit präsentiert werden, so lautete zumindest der Plan des Gesundheitsministeriums. Deswegen wurde wohl auch der wöchentliche Ministerrat ohne Medien abgehalten: Sowohl das traditionelle Pressefoyer nach der Regierungssitzung als auch ein avisierter Termin mit Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Anschober zum Thema Corona-Impfungen am Rande des Ministerrats wurden ersatzlos gestrichen.

Am Mittwoch hieß es im Büro des Wiener Bürgermeisters, dass es im Lauf des Tages noch weitere Gespräche auf verschiedenen Ebenen geben werde. Darum sei die Einigung auch noch nicht sofort verkündet worden. Man habe "absolutes Stillschweigen" vereinbart, teilte ein Sprecher der APA mit.

Supermärkte vielleicht nur am Karsamstag offen

Daher herrschte - wenig verwunderlich - Mittwochvormittag vorerst ein mediales Rätselraten über die vereinbarten Maßnahmen. Die Spekulationen reichten von soften Maßnahmen bis zu einem mehrwöchigen Lockdown im Osten. Die Bundesregierung hat gestern Abend die drei Bundesländer jedenfalls geschlossen zu ernsten Maßnahmen gedrängt. Dem Vernehmen nach wurde zu später Stunde auch Kanzler Kurz in die Verhandlungen eingebunden.

Anschober verlangte vor Beginn des Gesprächs ein "Paket, das wirklich hilft, den drohenden Kollaps der Spitäler zu verhindern". Wiens Bürgermeister Ludwig sprach von einer "Osterruhe" ohne Näheres zu sagen. Deutschland hat sich unter diesem Begriff ein komplettes Runterfahren des öffentlichen, wirtschaftlichen und privaten Lebens von 1. bis 5. April verordnet. Auch die Supermärkte werden schließen und nur am Karsamstag öffnen.

Britische Mutation breitet sich rasant aus

Die Epidemiologin Eva Schernhammer, die dem Experten-Gremium der Regierung angehört, sagte in der "ZiB2" des ORF, es brauche nun ein "entschiedenes Handeln" - "ein Handeln, das zu Resultaten führt". "Ich würde einen harten Lockdown bevorzugen, der kurz ist, aber effektiv - und der zu einem raschen Abfallen der Infektionszahlen führen würde."

Ähnlich äußerte sich Komplexitätsforscher Peter Klimek, der auch Teil des offiziellen Corona-Prognosekonsortiums ist. "Uns geht definitiv die Zeit aus", sagte er in der "Presse" (Mittwoch-Ausgabe) mit Blick auf die Intensivstationen. Gefragt, ob es eine Art "Ost-Lockdown" brauchen würde, sagte Klimek: "Wenn man es plakativ formulieren will: Ja."

Sanfte Maßnahmen im Vorfeld diskutiert

Im Vorfeld der Gespräche waren noch sanftere Maßnahmen als Möglichkeiten kolportiert worden. Diese reichten von einer Ausweitung der (Gurgel)Tests über eine verstärkte FFP2-Maskenpflicht (etwa auch für Kindergärtnerinnen und jüngere Schüler oder etwa in Sozialräumen von Unternehmen) bis hin zu rascheren Quarantäne-Reaktionen bei positiven Testergebnissen in Schulen. So könnte schon nach einem positiven Fall die ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden (derzeit erst ab zwei Fällen). Grenz-Pendler müssen wohl mit Verschärfungen bei der Gültigkeitsdauer der vorzulegenden Tests rechnen. Auch dürfte es Appelle bezüglich einer besseren Mitwirkung beim Contact Tracing geben.

(APA/Red)

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