Veränderte Vorzeichen in Ehe Stronach/Austria

Mit 30. Juni endet offiziell nach mehr als siebenjähriger Laufzeit der Betriebsführungsvertrag zwischen der Wiener Austria und Frank Stronachs Magna-Tochter Sport Management International (SMI).

Der austro-kanadische Selfmade-Milliardär bleibt dem ÖFB-Rekord-Cupsieger jedoch erhalten, Magna steuert nicht mehr als Betriebsführer, sondern als Hauptsponsor den Löwenanteil des Austria-Budgets (zwischen 15 und 17 Mio. Euro) bei.

„Das Ruhekissen im Hintergrund, das stets wirtschaftlich die schwarze Null garantiert hat, ist damit weg“, meinte Austria-Manager Markus Kraetschmer im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. Dass die Austria jedoch auch in diesem „Neuland“ bereits bestens zurecht komme, zeige laut Kraetschmer die derzeitige Ruhe in Wien-Favoriten sowie die erfolgreiche Zusammenstellung des Kaders für die anstehende Saison 2007/08.

Dass das rechtliche Wirrwarr rund um die geänderten Modalitäten zwischen Stronach und der Austria jedoch ein harter Brocken war, bestreitet niemand. Die Unterschrift Stronachs hatte so lange auf sich warten lassen, dass die Austria um die Lizenz hatte bangen müssen und die Spielgenehmigung dann erst in zweiter Instanz erteilt wurde. „Wenn etwas sieben Jahre lang ineinander verwächst, dann ist ein derartiges Vertragskonstrukt natürlich nicht leicht zu lösen“, blickte Kraetschmer zurück.

Die bisherige Ära Stronach, der sich im August 1998 als Mäzen eingestellt hatte, bezeichnete Kraetschmer als „Zeit mit vielen Ups and Downs“. Die teilweise heftige öffentliche Kritik und die Unkenrufe von außen, Stronachs Engagement bei der Austria sei eine Geldverbrennung, wischt der Manager als „einfach nicht wahr“ vom Tisch.

„Das war eine der erfolgreichsten Zeiten der Austria-Geschichte“, verwies Kreatschmer u.a. auf die Errichtung der Stronach-Akademie in Hollabrunn, die Meistertitel 2003 und 2006, die Cupsiege 2003, 2005, 2006 und 2007 sowie das Erreichen des UEFA-Cup-Viertelfinales 2004/05. Leidiglich das große Ziel Champions-League-Gruppenphase blieb ein Wunschtraum. Dabei hatte Stronach stets betont „ernsthaft in der Champions League“ mitspielen zu wollen. „Das war uns leider nicht vergönnt“, so Kraetschmer.

Auch wenn das Präsidium rund um Präsident Wolfgang Katzian ab sofort mehr zu sagen hat, Stronach wird auch in Zukunft bei der Austria sehr viel zu reden haben. Wie weit dieser Einfluss reicht, bleibt klubintern verborgen. Kein Geheimnis ist hingegen, dass ein weiteres Engagement Stronachs über die kommende Saison hinaus u.a. sehr stark an den Bau eines neuen Stadions in Rothneusiedl geknüpft ist.

Die am 23. Jänner 2007 im Rahmen der Generalversammlung beschlossene Umwandlung der Austria in eine Aktiengesellschaft wurde um ein Jahr verschoben, die kommende Saison sei laut Kraetschmer als “Übergangsjahr“ zu betrachten, in dem man wohl versuchen wird, zahlreiche andere Geldgeber an Land zu ziehen.

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