Verkehrsbüro: Vorkrisen-Umsatz erst wieder 2025

Winkler rechnet mit Vorkrisen-Niveau erst 2025.
Winkler rechnet mit Vorkrisen-Niveau erst 2025. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Die Reisebranche wurde von der Coronakrise schwer getroffen. Erst im Jahr 2025 ist wieder mit Vorkrisen-Umsatz zu rechnen.

Die Coronakrise hat die Reisebranche mit voller Wucht getroffen. Der größte heimische Tourismuskonzern dürfte erst im Jahr 2025 wieder den Umsatz erreichen, den das Unternehmen im Vorkrisenjahr 2019 erzielte, erwartet Verkehrsbüro-Chef Martin Winkler. Die Nachfrage ziehe seit der Wiedereröffnung am 19. Mai zwar an, für eine vollständige Erholung fehle aber noch einiges - etwa amerikanische und asiatische Gäste. Ohne sie sei ein Aufholen kaum möglich.

Trend geht zum Urlaub in Österreich

Seit der Öffnung verzeichneten die Hotels der Gruppe in Summe rund 26.000 Nächtigungen, das sei ein Minus von 76 Prozent gegenüber 2019, sagte Winkler am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Mehr als die Hälfte der Gäste kamen aus Österreich, über ein Viertel aus Deutschland, der Rest hauptsächlich aus den angrenzenden Ländern sowie Polen und Rumänien. Von 22 Hotels hat das Unternehmen derzeit erst 15 offen. Bei den anderen wolle man noch etwas zuwarten, so Winkler.

Auch bei den Buchungen über die aktuell 75 Ruefa-Reisebüros zeige sich ein Trend für Urlaub in Österreich. Auslandsreisen führen die Österreicherinnen und Österreicher derzeit vor allem nach Griechenland, Italien, Kroatien und Spanien. Der Markt für Fernreisen liegt brach.

Trotz Krise hat das Verkehrsbüro in den Coronajahren 2020 und 2021 in Summe 30 Mio. Euro investiert. Es seien Investitionen in die Zukunft, sagte Winkler. Der Tourismus-Chef erwartet, dass die Stadthotellerie bis 2024 zurückkommt. Derzeit renoviert der Konzern am Wienerberg ein 4-Sterne-Hotel, das ab August mit rund 200 Zimmern eröffnet. Im September 2020 machte das Unternehmen ein Hotel im 13. Bezirk auf. Zwei weitere Häuser in Wien und Ljubljana wurden umgebaut und renoviert.

Bassena in Wien muss noch einmal neu durchstarten

Zum Verkehrsbüro gehört neben den Austria Trend Hotels und Radisson Blu Hotels auch die neue Marke Bassena. Das erste Hotel davon, das Bassena Wien Messe Prater, musste nur zehn Tage nach der Eröffnung Anfang März 2020 den Corona-Vorgaben entsprechend wieder schließen. "Jetzt heißt es nochmals durchstarten", räumte Michael Kröger, Geschäftsführer der Verkehrsbüro Hotellerie, ein. Ein zweiter Standort der Marke sei im 22. Bezirk für das zweite Quartal 2022 geplant.

Die Verkehrsbüro Group hat im Coronjahr 2020 massive Einbußen hinnehmen müssen. Der Umsatz sackte um knapp 62 Prozent von 615 Mio. auf 230 Mio. Euro ab. Die Folge waren eine Reihe von Einsparmaßnahmen, darunter auch ein Personalabbau. Ein Viertel der rund 100 Reisebüros wurde geschlossen - bei Ruefa verloren 100 von 600 Mitarbeitern ihren Job, die Zahl der betriebenen Hotels wurde um gut 10 Prozent von 25 auf 22 reduziert und der Vorstand von drei auf zwei Personen verkleinert. Außerdem wurde die Zentrale in Wien verlegt und dabei die Büroflächen verkleinert. Im Lauf des Jahres werden auch noch die Veranstaltungsbereiche von Eurotours und Ruefa in einer Einheit mit insgesamt rund 100 Beschäftigten gebündelt.

(APA/Red)

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