Vergewaltigungsprozess in Wien wegen weiterer DNA-Spur vertagt

Der Prozess wurde wegen einer überraschenden Wendung vertagt.
Der Prozess wurde wegen einer überraschenden Wendung vertagt. ©APA (Symbolbild)
Nach einer überraschenden Wendung ist am Dienstag ein Vergewaltigungsprozess in Wien vertagt worden. Vor Gericht verantworten musste sich ein 20-Jähriger Afrikaner, der im März eine 28-Jährige in Wien-Favoriten zu vergewaltigen versucht haben soll. Auf der Strumpfhose des Opfers wurde jedoch noch eine weitere männliche DNA-Spur gefunden.
Versuchte Vergewaltigung in Favoriten

In der Nacht auf den 10. März 2013 soll der 20-Jährige, der als Bootsflüchtling via Gibraltar nach Europa gekommen war, in Favoriten – wie berichtet – eine Frau zwischen zwei Autos gezerrt und dort sexuell missbraucht haben. Darüber hinaus, so die Staatsanwaltschaft, habe der Afrikaner bei seiner Festnahme fünf Tage nach der Tat einen Polizisten dermaßen verletzt, dass sich dieser danach mehr als einen Monat im Krankenstand befand.

Versuchte Vergewaltigung in Wien-Favoriten

Begonnen hatte laut Anklage alles gegen 1.30 Uhr in einem Waggon der U-Bahn-Linie U1. Der Asylwerber starrte die Frau mit ernstem Blick an, was diese als überaus unangenehm empfand. Bei der Endstation Reumannplatz folgte er der 28-Jährigen, weil er sie, wie er angab, einfach nur ansprechen wollte. Da die Frau ihre Schritte beschleunigte, versuchte der Afrikaner sie festzuhalten, worauf diese zu schreien begann. “Glauben Sie, dass das eine angemessene Form ist, jemanden kennenzulernen, wenn man ihn mitten in der Nacht verfolgt und ihn dann auch noch festhält?”, warf Richter Gerstberger ein.

Passant eilte 28-Jähriger zur Hilfe

Um die Schreie der Frau zu unterbinden und um keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, habe der 20-Jährige seinem Opfer den Mund zugehalten und es zwischen zwei Autos gezerrt. Laut Aussage der 28-Jährigen, die per Video im Gerichtssaal eingespielt wurde, weil sie nicht noch einmal einvernommen werden wollte, sei der Mann dann mehrere Male mit zwei Fingern in die Vagina eingedrungen – und zwar samt Strumpfhose und Slip. Ein DNA-Gutachten habe dies auch untermauert: Im Schrittbereich wurde genetisches Material des 20-Jährigen nachgewiesen.

Immer wieder habe er versucht, die Beine der Frau auseinanderzudrücken und geschrien: “Open your legs!”, das Opfer brüllte zur Abschreckung auf Englisch: “Lass mich in Ruhe, ich bin HIV-positiv!” In dem Moment, als der Afrikaner Anstalten gemacht habe, seine Hose zu öffnen, sei ein Passant zur Hilfe geeilt, woraufhin der Beschuldigte das Weite suchte. Die 28-Jährige erlitt bei der Attacke Prellungen, Abschürfungen und etliche Blutergüsse.

20-Jähriger festgenommen

Fünf Tage danach erfolgte schließlich die Festnahme des 20-Jährigen. Zwei Polizisten hatten den Mann nach der Veröffentlichung eines Lichtbildes wiedererkannt. Der Verhaftung widersetzte sich der Ghanaer allerdings derart heftig, dass einer der Beamten zahlreiche Schürfwunden davontrug und sich daraufhin mehr als einen Monat im Krankenstand befand.

Vergewaltigungsprozess vertagt

Als sich der Schöffensenat schon zur Beratung zurückziehen wollte, brachte der Verteidiger des Angeklagten einen Beweisantrag ein, der dem Prozess eine überraschende Wendung gab. Denn in dem DNA-Gutachten wäre die Rede von einer zweiten männlichen DNA-Spur im Schrittbereich der Strumpfhose der 28-Jährigen. “Es könnten sich daraus wichtige Aspekte zur Gesamtbegutachtung ergeben”, so die Begründung Gerstbergers, warum er dem Antrag stattgab. Die Verhandlung wurde auf den 27. August 2013 vertagt. (APA)

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