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Vergangenheits-Aufarbeitung als Familienprojekt

Vergangenheits-Aufarbeitung als kreatives Familienprojekt: Wiener (R)Emigranten-Familie Rennert arbeitet in Büchern, Filmen und einer Ausstellung ihre Lebens-Geschichte auf.

Vergangenheits-Aufarbeitung als kreatives Familien-Projekt – das führt die Familie des Wiener Autors Erwin Rennert vor, der als Jugendlicher vor der Verfolgung durch die Nazis in die USA flüchten musste und Anfang der 60er Jahre in seine Heimatstadt zurückkehrte. Am Mittwoch präsentierte die Edition Exil den zweiten sowie die Neuauflage des ersten Bandes seiner Erinnerungen im Wiener Amerlinghaus, wo gleichzeitig die Ausstellung seiner Frau „Ruth Rennert: Webbilder – Lebensbilder“ eröffnet wurde, und morgen, Freitag, eine filmische Spurensuche ihres Enkels Emil Rennert vorgeführt wird.

1926 in eine jüdische Familie geboren, konnte Erwin Rennert 1939 als 13-Jähriger gemeinsam mit seiner Schwester gerade noch rechtzeitig aus Wien emigrieren. Die Eltern mussten zurückbleiben und wurden von den Nazis ermordet. Als US-Soldat kehrte er 1945 nach Europa zurück und lernte in Deutschland seine spätere Frau kennen, mit der ab 1947 wieder in den Vereinigten Staaten lebte und sechs Söhne großzog. Rennert studierte und unterrichtete Literatur in New York, zurück in Wien arbeitete er unter anderem im Internationalen Kulturzentrum und bei der UNO und veröffentlichte deutsche und englische Limericks und satirische Gedichte.

Im ersten Band seiner Lebensgeschichte, „Der Welt in die Quere“, erstmals veröffentlicht im Jahr 2000, erzählt er von seiner Kindheit im Wien der 30er Jahre, vom aufkommenden Nationalsozialismus, den Reisen der Familie in die Bukowina, woher seine Eltern stammten, von seiner Flucht und abenteuerlichen Jugend in Amerika und der Zeit als US-Besatzungs-Soldat. Der nun erschienene zweite Band, „Fast schon Amerikaner“, beschreibt die Jahre seiner zweiten Emigration nach 1947, das Studien- und Familienleben und das politische Querdenken und -handeln, das 1961 schließlich zur Rückkehr der Rennerts nach Wien führte.

Lange Zeit, erzählt Rennerts 19-jähriger Enkel Emil im Gespräch mit der APA, habe der Großvater, wie viele andere jüdische Überlebende, seine Vergangenheit verdrängt und verschwiegen. Dass er schließlich dem Bohren der Kinder und Enkel nachgab, hat auch Emil angeregt, seinen Wurzeln nachzuspüren. Seine – vergebliche – Suche nach überlebenden Verwandten in Rumänien entwickelte sich zu einem Forschungsprojekt über die letzten Juden in der Bukowina. Aus 40 Stunden Material, in mehreren Reisen seit dem Jahr 2000 aufgezeichnet, hat er ein eigenes kleines Video-Archiv zusammen gestellt. Sein Film „Eine verschwundene Welt“ über die jüdischen Holocaust-Überlebenden in der rumänischen Stadt Radautz wurde bei den 8. Wiener Film- und Videotagen prämiert, eine Neufassung lief im Rahmen der diesjährigen Jüdischen Filmwoche und ist nun auch als Mini-DVD erhältlich.

Emils Großmutter schließlich, die Webkünstlerin (und ausgebildete Sängerin) Ruth Rennert, hat ihr Leben in leuchtenden Natur- und Stadtlandschaften und abstrakten Bildern aus Wolle festgehalten. Die Ausstellung ist noch bis 28. November im Amerlinghaus zu sehen.

Service:

  • Erwin Rennert: „Fast schon Amerikaner“, 120 Seiten, Edition Exil, 15 Euro, ISBN 3-901899-18-9 und „Der Welt in die Quere“, 160 Seiten, Edition Exil, 15 Euro, ISBN 3-901899-19-7
  • Emil Rennert: „Eine verschwundene Welt“, Mini-DVD, 50 Minuten, Edition Exil, 15 Euro, ISBN 3-901899-28-6, Präsentation am 18.11., 20 Uhr, Amerlinghaus, 7., Stiftgasse 8
  • Ausstellung Ruth Rennert:
    „Webbilder – Lebensbilder“, bis 28.11. im Amerlinghaus, 7., Stiftgasse 8

    www.amerlinghaus.at
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