Verbrecher oder Polit-Opfer?

Rakhat Alijev, ehemaliger kasachischer Botschafter in Österreich, hat in einem kurz vor seiner Verhaftung geführten Interview mit dem Nachrichtenmagazin „profil“ schwere Vorwürfe gegen seinen Schwiegervater, Präsident Nasarbajew erhoben.

Der Ex-Diplomat nannte unter anderem seine vom Staatsoberhaupt nicht gewünschten Ambitionen auf das Präsidentenamt als Grund für den Haftbefehl gegen ihn.

Der gegen ihn, Alijev, angestrengte Haftbefehl sei nicht auch Rache dafür, dass er sich geweigert habe, dem Staatschef und seiner Entourage lukrative Unternehmensanteile zu überschreiben. „Der Präsident hat mich immer wieder aufgefordert, meine Medienbeteiligungen an Günstlinge aus seiner Umgebung zu übertragen. ’Das ist mein Land’, sagte er zu mir: ’Jeder hier macht, was ich will, nur Du gehorchst mir nicht.’“

Nasarbajew wolle alle Massenmedien unter seine Kontrolle bringen. „Bevor der Haftbefehl gegen mich ausgestellt wurde, waren sein Privatsekretär und ein Staatssekretär in Wien. Ihr Angebot war klar: Du überschreibst uns deine Medienbeteiligungen, wir legen den Fall ad acta“.

Die Anschuldigungen gegen ihn seien frei erfunden, sagte Alijev: „So geht Präsident Nasarbajew eben gegen mögliche Konkurrenten und Oppositionspolitiker vor, wenn sie nur daran denken, ihn herauszufordern. Das Exempel ist auch eine Warnung an alle anderen erfolgreichen Geschäftsleute in meiner Heimat.“

Alijev hofft auf eine Einbürgerung: „Ich wünsche mir, dass ich und mein Sohn in Österreich bleiben können. Ich habe nicht vor, zu fliehen“. Österreich soll mich nicht an ein System ausliefern, in dem mein Leben und das Leben meiner Familie in Gefahr ist.“

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