Vater von Mona S. ist stolz auf seine Tochter

Die Väter der österreichischen Terrorverdächtigen Mohamed M. und Mona S. sagten am Donnerstagnachmittag vor Gericht aus. Sie halten ihre Kinder für unschuldig, S.s Vater drückte seinen Stolz auf seine Tochter aus.

Nach einer längeren Mittagspause sind am Donnerstagnachmittag im Wiener Straflandesgericht im sogenannten Wiener Terrorprozess die Väter der Angeklagten Mohamed M. und Mona S. einvernommen worden. Die Männer versicherten, ihre Kinder hätten “hundertprozentig” bzw. “unter Garantie” keine Terrorpläne verfolgt oder mit der al-Qaida sympathisiert.

“Ich glaube nicht, dass Mohamed ein Mitglied einer Terrororganisation war oder einen Bezug zur al-Qaida hat. Die al-Qaida hat nur eine Sprache, und das ist die Sprache des Tötens”, sagte der Vater des 23-Jährigen. Sein Sohn habe demgegenüber Demonstrationen organisiert, Essays geschrieben, sich “unter gebildeten Österreichern bewegt, die gar nichts glauben”. Die al-Qaida würde Derartiges “nicht tolerieren”, versicherte der Zeuge.

Hübsch und intelligent

Der Vater von Mona S. beschrieb diese als “hübsch und intelligent”. Sie habe sich vor einigen Jahren aus religiösen Gründen dafür entschieden, auch ihr Gesicht zu verschleiern, was ihn anfänglich mit Skepsis erfüllt habe. Das hat sich mittlerweile offenbar geändert: “Sie hat vollkommen recht. Der völlige Schleier ist nach dem Koran und den Überlieferungen des Propheten.”

Seine Tochter habe zu Hause unter anderem Texte des TV-Senders Al-Dschasira übersetzt, um den amerikanischen Nachrichten “die Wahrheit aus dem Irak” entgegenzuhalten, wie der Zeuge formulierte: “Das hat mich gefreut. Ich bin stolz.”

Monas älterer Bruder versicherte, weder Mohamed M. noch seine Schwester hätten “verbotene oder verbrecherische Texte” übersetzt bzw. veröffentlicht. “Dann hätte ich interveniert”, versicherte der 24-Jährige. Den beiden wäre es vielmehr darum gegangen, “die Wahrheit zu zeigen. Die Texte waren harmlose Nachrichten aus dem Irak, die hier (in Österreich, Anm.) nicht erzählt worden sind”. Die Verhandlung wird am kommenden Mittwoch fortgesetzt.

Zweiter Verhandlungstag im Wiener Terrorprozess

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