Unterwegs in den "Geistertunneln" im Netz der Wiener U-Bahn

In Wien gibt es ein "zweites U-Bahnnetz".
In Wien gibt es ein "zweites U-Bahnnetz". ©Wiener Linien/ Johannes Zinner
Eine Vielzahl von Tunneln und Gleisen verbindet jene Strecken, auf denen die U-Bahnlinien in Wien täglich unterwegs sind.  Einige dieser "Geistertunnel" werden gar nicht oder nur selten genutzt, in anderen wird in einigen Jahren schon die neue U-Bahnlinie U5 unterwegs sein.
Linie U5 wird türkis
Unterwegs mit den Schwarzkapplern

Dunkelheit, Stille, ein weit entferntes Quietschen, ein dumpfes Grollen: Rund 20 Meter Untertage ist es kalt in den Tunneln der Wiener U-Bahn, genauer gesagt befinden wir uns auf “Gleis 0”, dem ältesten Verbindungstunnel der Wiener U-Bahn. “Die Lichter da vorne, das ist die Station Stephansplatz”, erklärt Karl Bergner, Chef der Wiener U-Bahnen. Auf der einen Seite des Gleises befindet sich die U1-Station, auf der anderen liegt die U4-Station Roßauer Lände.

In den Tunneln der Wiener U-Bahn

Das Wiener U-Bahnnetz umfasst 79 km. Davon sind sechs Kilometer nicht Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes. Der Hauptnutzen dieser, von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommenen, Verbindungstunnel kommt der Logistik des gesamten Betriebs zu Gute. “Diese Gleise benötigen die Wiener Linien für Arbeiten und Tätigkeiten, die sich Hinter den Kulissen abspielen”, so Bergner.

Auch wenn es einmal mitten im Dunkeln kein Weiterkommen gibt, weiß Bergner über den eckigen Betonschlauch, der als Sackgasse gebaut ist, Bescheid: “Dies ist das Gleis 12. Es ist beim Bau der U2 errichtet worden als Verbindung zu einer möglichen U5 nach Hernals. Das Gleis dient jetzt als Wendegleis.” Diese Anlage ermöglicht ein Umkehren des Zuges um 180 Grad. Dies wird unter anderem benötigt, damit Lastentransporte mit Material, Werkzeug, Baustoffen und Arbeitern bei Bedarf schnell eingesetzt werden können. Als wichtigster Ausgangspunkt gilt hier der Betriebsbahnhof Wasserleitungswiese in Heiligenstadt.

“Geistertunnel” ermöglichen kurze Wege

Darüber hinaus ist es aber auch wichtig, dass Personengarnituren der Wiener Linien auf kurzem Weg zu den – in verschiedenen Bereichen gelegenen – Werkstätten gelangen können und der restliche Betrieb davon nicht gestört wird. Aufgrund der zusätzlichen Verbindungstunnel gelangen die Transportzüge nicht nur in das Netz der U4 über die Station Heiligenstadt sondern auch zur U1, U2 und sogar zur U3. Arbeiter, Maschinen und Material für die regelmäßigen und akut durchzuführenden Wartungsarbeiten können somit auf kurzem Weg zum Einsatzbereich gebracht werden.

Außerdem müssen die Züge der U2 bei Betriebsschluss noch eine weitere Strecke fahren um in die Remise zu gelangen. Von der U2-Stammstrecke geht es über den jüngsten Verbindungstunnel unter dem Donaukanal, der Südosttangente und dem Prater bis zur Remise Erdberg. Hier werden Reinigungsarbeiten und Wartung durchgeführt, damit die Züge am nächsten Tag wieder einsatzbereit sind und die Wienerinnen und Wiener in sauberen Waggons und ungestört in der Arbeit, der Schule, Freunden oder der Familie ankommen.

Weitere Infos über die “Geistertunnel” finden Sie im Blog der Wiener Linien.

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