Unterschiedliche Grade von "Rechts"

Gottfried Küssel & Familie (APA)
Gottfried Küssel & Familie (APA)
Ein enttäuschter Gottfried Küssel samt Familie hat Donnerstagabend von der Sonnwendfeier des Wiener Korporationsringes enttäuscht abziehen müssen.

Der ehemalige führende VAPO-Aktivist, gegen den Mitte der 90er Jahre ein gerichtliches Verfahren wegen NS-Wiederbetätigung gelaufen ist, wurde zur Veranstaltung nicht zugelassen. Aber auch Medienvertreter wurden vor den verschlossenen Toren des Schloss Kobenzl – hinter denen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache eine Rede hielt – stehen gelassen.

„Keine Glatzen, keine Springerstiefel“, erläuterten die Türsteher die strengen Auswahlkriterien – zumindest gegenüber der APA. Küssel erfüllte wie auch seine Frau und seine Töchter zwar keinen dieser Punkte, hier ging es um anderes: „Weil er der ärgste Spitzel ist, der ärgste Schlechtmacher“, so die Organisatoren.

Was Strache vor den versammelten Burschenschaftern sagte, wollte oder konnte in der FPÖ niemand verraten. Vor seiner Rede bot das Rahmenprogramm zumindest Deftig-Deutschnationales. Etwa das Absingen der Lieder „Flamme empor“ und „Deutsche Jugend“.

Im Programmheft befand sich unter einem Sujet, das das deutsche Volkslied „Wenn alle untreu werden“ – im Nationalsozialismus als das „Treuelied der SS“ bekannt – illustrierte, auch ein bekanntes Bild: Männer, die offensichtlich “drei Bier bestellen”.

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