Unternehmerinitiative will Recht auf Kinderbetreuung

Ab dem volendenten ersten Lebensjahr sollen Kinder betreut werden.
Ab dem volendenten ersten Lebensjahr sollen Kinder betreut werden. ©APA
Die Initiative "Unternehmen Zukunft" setzt sich für ein Recht auf Kinderbetreuung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr ein. Dies müsse in den "Comebackplan" der Regierung aufgenommen werden.

Die von mehreren Großunternehmen getragene Initiative "Unternehmen Zukunft" drängt auf einen massiven Kinderbetreuungsausbau. "Wir fordern ein Recht auf Kinderbetreuung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr", sagte die ehemalige ÖVP-Familienministerin und "Unternehmen Zukunft"-Geschäftsführerin Sophie Karmasin zur APA. Dies müsse in den geplanten Wirtschafts-"Comebackplan" der Regierung aufgenommen werden.

Kinderbetreuung sichert und schafft Arbeitsplätze

Ein Ausbau der Kinderbetreuung würde einerseits viele Arbeitsplätze schaffen und andererseits Frauen mit Betreuungspflichten ermöglichen, früher oder mehr arbeiten zu gehen, so Karmasin. Der coronabedingte Homeoffice-Boom habe einmal mehr gezeigt, dass Österreich bei der Kinderbetreuung noch Aufholbedarf habe. Handlungsbedarf sieht die ehemalige Politikerin und Meinungsforscherin vor allem bei Kindern unter drei Jahren und der Nachmittagsbetreuung von Schulkindern. Die Regierung müsse zuerst den aktuellen Bedarf erheben, dann kräftig investieren und in ein bis zwei Jahren den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag einführen.

Der 2019 gegründete Verein "Unternehmen Zukunft" will rund um das Thema Familienfreundlichkeit, für eine Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen lobbyieren. Mitglieder der Initiative sind Acredia, Atos, Casinos Austria/Lotterien, Infineon, MTH/Libro, Magenta Telekom, Post und Verkehrsbüro.

Rechtsanspruch für Kinderbetreuung ab 2025 gefordert

Auch die Sozialpartner und die Industriellenvereinigung haben sich im vergangenen Herbst für einen massiven Ausbau der Kinderbetreuung stark gemacht. Sie fordern eine flächendeckende, flexible und leistbare Kinderbetreuung in ganz Österreich mit ausreichend vielen Plätzen, insbesondere für Unter-3-Jährige. Ab dem Herbst 2025 sollte es nach Ansicht der Interessensvertreter einen Kinderbetreuungs-Rechtsanspruch ab dem vollendeten ersten Lebensjahr geben.

Der "Unternehmen Zukunft"-Vorstand und Österreich-Chef des IT-Dienstleister, Johann Schachner, fordert von der Regierung, die Grenze für steuer- und sozialversicherungsfreie Zuschüsse des Arbeitgebers zur Kinderbetreuung massiv zu erhöhen. Seit 2009 können Unternehmen ihren Beschäftigten für die Betreuung von Kindern unter 10 Jahren einen Zuschuss von bis zu 1.000 Euro pro Jahr und Kind steuer- und sozialversicherungsfrei gewähren. Schachner wünscht sich eine Erhöhung der Grenze auf bis zu 1.000 Euro pro Monat. Denkbar sei der Nachweis über die ordnungsgemäße Verwendung via der jährlichen Steuererklärung.

Auch die Arbeitnehmer-Vertreter drängten am Donnerstag in einer Aussendung für den Ausbau der Kinderbetreuung: "Wir fordern endlich die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag jedes Kindes in ganz Österreich", so ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann und AK-Präsidentin Renate Anderl.

(APA/Red)

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