Unter den Sternen von Paris - Kritik und Trailer zum Film

Mit "Unter den Sternen von Paris" widmet der deutsche Regisseur Claus Drexel den Obdachlosen wieder einen Film. Doch diesmal handelt es sich um keinen Dokumentarfilm, sondern um ein realistisches Märchen. Dabei hat der 53-Jährige zwei Themen miteinander verbunden: das der französischen Obdachlosen und das der obdachlosen Migranten. Ab Freitag im Kino.

Unter den Sternen von Paris - Kurzinhalt zum Film

Christine lebt seit Jahren auf der Straße. Wie viele der Obdachlosen in Paris versteckt sie sich zum Schlafen in provisorischen Unterkünften und steht Schlange vor Suppenküchen. Eines Tages taucht der achtjährige Suli vor ihrem Unterschlupf auf. Sie beschließt, ihn zu verjagen. Doch als ihr klar wird, dass der eritreische Bub von seiner Mutter getrennt wurde, nimmt sie sich letztendlich seiner an.

Als Überbleibsel aus seinem Dokumentarfilm "Au bord du monde" (dt. Am Rand der Welt) aus dem Jahr 2013 hat Drexel die Beschreibung des Alltags der Obdachlosen übernommen, der sich zwischen Suppenküchen, Pariser Parkbänken und ihren notdürftigen Unterschlüpfen abspielt. Mit starken Kontrasten spielt Drexel aber auch hier: Der Armut, in der diese Menschen leben, stellt er Bilder der Schönheit der Stadt gegenüber: die Seine bei Nacht, der Schnee, der unter dem gelben Licht der Straßenlaternen auf das Kopfsteinpflaster fällt. Die Suche nach der schmerzlich vermissten Mutter führt aber auch zu Orten, an denen in Paris Hunderte Migranten illegal und obdachlos hausen, um auf dem Flughafen Charles de Gaulle zu enden.

Unter den Sternen von Paris - Die Kritik

"Unter den Sternen von Paris" ist eine Geschichte über Verlust, Verlassenheit und wieder entdeckte Menschlichkeit. Denn auf der Suche nach der vermissten Mutter trifft Christine auf unerwartete Hilfsbereitschaft. Aber auch Erinnerungen an ihr eigenes vergangenes Leben werden wach.

Durch die Erzählform des realistischen Märchens vermeidet Drexel, ins Tragisch-Dramatische zu fallen. Die Geschichte, die hin und wieder Stereotype bedient, kommt ganz leichtfüßig daher, wozu auch die schauspielerische Leistung von Catherine Frot ("Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne") beiträgt, die ihre Rolle als Christine mit sensiblem Humor spielt. Drexel packt mit erstaunlicher Einfachheit schwierige Themen an; seine mit Sorgfalt inszenierte Geschichte macht den Film sensibel, lebendig und vor allem einem breiten Publikum zugänglich.

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(APA/Red)

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