Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Unfallursache Nummer eins sind Ablenkung und Unachtsamkeit

Wer am Steuer mit dem Handy hantiert, erhöht sein Unfallrisiko ganz erheblich
Wer am Steuer mit dem Handy hantiert, erhöht sein Unfallrisiko ganz erheblich ©ÖAMTC
Ob am Steuer mit dem Handy spielen oder kurz einen Schluck Wasser nehmen: Ablenkung und Unachtsamkeit sind Unfallursache Nummer eins in Österreich.
Meiste Alkohol-Unfälle passieren im Sommer
Notbrems-Assistenten können Park-Unfälle vermeiden

Im Vorjahr passierten laut Statistik Österreich 11.227 derartige Unfälle mit Personenschaden. Die meisten Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang waren mit 25 Prozent ebenfalls eine Folge von Unachtsamkeit beziehungsweise Ablenkung. 94 Menschen kamen dabei ums Leben. Insgesamt gab es im Vorjahr 416 Verkehrstote.

Handyverbot am Steuer: Missachtung kann zu Unfall führen

Sieben Prozent aller Unfälle waren sogenannte Gegenverkehrsunfälle. Diese machten jedoch 33 Prozent der Getöteten aus, geht aus den Daten der Statistik hervor. Besonders ablenkend ist das Handy am Steuer. Wie die Verkehrsüberwachungsbilanz 2019 zeigt, wurden rund 120.000 Übertretungen des Handyverbots von der Polizei geahndet.

Mobiltelefone dürfen nur mit Freisprecheinrichtung verwendet werden, außer es wird das Navi benützt, doch auch dort ist nur Ablesen erlaubt. Dasselbe gilt für Rad- und Rollerfahrer. Wer ohne Freisprecheinrichtung erwischt wird, muss ein Organmandat von 50 Euro an Ort und Stelle bezahlen. Verstoßen Fahranfänger gegen das Verbot, müssen sie eine Nachschulung absolvieren und ihre Probezeit wird um ein Jahr verlängert.

Ablenkung am Steuer begünstigt gravierende Fahrfehler

Ablenkung am Steuer begünstigt schwere Fahrfehler. Das belegt nun auch eine Studie des ÖAMTC. Die Unfallstatistik 2019 hat ergeben, dass Unachtsamkeit und Ablenkung mit 31,4 Prozent weiterhin zu den häufigsten Unfallursachen im österreichischen Straßenverkehr zählt. Außerdem verunfallten im Vorjahr 139 Personen tödlich, weil sie oder der Unfallgegner in den entgegenkommenden Verkehr geraten waren.

Der ÖAMTC hat Anfang März gemeinsam mit seinem Partnerclub ADAC im Fahrtechnik Zentrum Teesdorf mit 45 jungen Probanden im Alter von 20 bis 35 Jahren die Untersuchung zu möglichen Auswirkungen unterschiedlicher Nebentätigkeiten auf das Fahrverhalten und die Verkehrssicherheit bei Pkw, Fahrrad und E-Tretrollernutzung durchgeführt. Im Rahmen der Studie wurden bei allen untersuchten Nebentätigkeiten, dazu zählten u. a. das Hantieren mit Gegenständen, Trinken aus einer Wasserflasche, Verwendung des Smartphones und Nutzung des Navi während der Fahrt, gravierende Beeinträchtigungen der Fahraufgabe nachgewiesen - unabhängig vom Fahrzeugtyp.

Simulierte Situationen: So schnell landet man im Gegenverkehr

"Wir haben unsere Probanden im Zuge von Testfahrten vor Aufgaben gestellt, die in der Realität häufig durchgeführt werden. Dabei konnten wir aufzeigen, dass ablenkende Tätigkeiten zu massiven Fahrfehlern führen, auch wenn man fit und erfahren hinter dem Steuer ist. So wären neun von zehn Autofahrern mit einem plötzlich auftauchenden Hindernis kollidiert und mehr als ein Drittel der Probanden überfuhren zumindest einmal die Mittellinie, was in einer realen Situation dazu führen würde, dass sie zwischen 3,5 und 4 Sekunden im Gegenverkehr landen", erklärte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Und das hätte im realen Straßenverkehr einen Unfall zur Folge.

"Jede ablenkende Tätigkeit, die wir untersucht haben, so banal diese auch erscheinen mag, hatte messbare Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Unsere Probanden haben sich dabei oft besser eingeschätzt, als sie tatsächlich waren. Die Fehlinterpretation der eigenen Leistung kann zu gefährlichen Unfällen führen", konstatierte Seidenberger. Es stellte sich heraus, dass auch "minderbewertete Sachen wie beispielsweise ein Taschentuch aus dem Handschuhfach nehmen genauso ablenkend ist, wie ins Navi zu tippen", erläuterte die Expertin. Bei der Taschentuch-Aufgabe geriet mehr als ein Drittel der Testpersonen in den Gegenverkehr.

Unachtsamkeit: Autofahren geht nicht einfach "so nebenbei"

"Es gibt ganz wenig Bewusstsein, wie gefährlich solche Ablenkphasen sind", sagte Fahrtechnik-Zentrumsleiter Georg Scheiblauer. Außerdem wird es von "allen stark unterschätzt, nicht nur von Fahranfängern. Viele denken, Autofahren geht eh so nebenbei. Ja, es geht, aber nur, solange nichts Unvorhergesehenes passiert", warnte der Experte.

(apa/red)

  • VIENNA.AT
  • Österreich
  • Unfallursache Nummer eins sind Ablenkung und Unachtsamkeit
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen