Umstrittenes Lueger-Denkmal: Protestlesungen starten am Montag

Beim Lueger-Denkmal sollen Protestlesungen stattfinden
Beim Lueger-Denkmal sollen Protestlesungen stattfinden ©APA/ROLAND SCHLAGER
Das Lueger-Denkmal am Wiener Stubenring ist seit Langem umstritten. Eine Umbenennung des Platzes wird von mehreren Seiten gefordert. Am Montag sollen Protestlesungen starten.
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Am kommenden Montag (16. Mai) wird um 17 Uhr eine Serie von Protestlesungen bei dem umstrittenen Denkmal für den früheren Wiener Bürgermeister und bekennenden Antisemiten Karl Lueger (1844-1910) am Dr.-Karl-Lueger-Platz in Wien gestartet. Jeweils montags um 17 Uhr sollen, organisiert von der Initiative PLATZ DA!, weitere Lesungen stattfinden.

Lueger-Denkmal: Am Montag starten Protestlesungen

Den ersten Termin werden Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, Sashi Turkof, die Präsidentin der Jüdischen österreichischen Hochschüler:innen (JöH), Dezoni Dawaraschwili, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) sowie Autor Doron Rabinovici und Ensemblemitglieder des Burgtheaters bestreiten, hieß es am Freitag in einer Aussendung.

Die Angewandte hatte 2009/10 mit einem eigens ausgelobten Umgestaltungswettbewerb die seit Jahren schwelende Debatte um das Denkmal mitangestoßen. Im Herbst 2022 soll laut Stadt Wien die Ausschreibung für die Umgestaltung über die Bühne gehen, im Jahr darauf das Siegerprojekt gekürt und umgesetzt werden. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) hatte die lange Vorlaufzeit u.a. mit notwendigen aufwendigen Prüfungen bezüglich Statik und Denkmalschutz begründet.

"Antisemitismus darf in einer pluralen, offenen Gesellschaft keinen Platz haben"

Bast geht das zu langsam. "Das Abwarten und Festhalten an Denkmal und Platz normalisiert, was nicht zu normalisieren ist. Antisemitismus darf in einer pluralen, offenen Gesellschaft keinen Platz haben. Deshalb fordern wir einmal mehr die sofortige Umbenennung des Platzes", so der Rektor.

Die Initiative PLATZ DA! werde von der Angewandten gemeinsam mit JöH und der Künstler:innengruppe Schandwache getragen: "Wir schließen an bestehende Proteste an und werden so lange laut lesen und kommentieren, bis das Abwarten beendet und der Platz umbenannt wird."

(APA/Red)

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