Umfrage zur Klimakrise: Informationsstand der Bevölkerung sinkt

Klimakrise: Vier von zehn meinen, Medien berichten zu wenig
Klimakrise: Vier von zehn meinen, Medien berichten zu wenig ©Pexels/Markus Spiske (Sujet)
Der Informationsstand der österreichischen Bevölkerung zur Klimakrise ist in den vergangenen Monaten gesunken, wie eine aktuelle Umfrage ergibt. Auch die Furcht vor deren Folgen hat sich verringert.
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Laut einer Umfrage des Gallup-Instituts fühlten sich im April dieses Jahres 47 Prozent der Befragten sehr gut oder eher gut über das Thema informiert. Im August des Vorjahres waren es noch 53 Prozent. Das Interesse an Nachrichten über den Klimawandel wäre jedoch vorhanden: Bei 68 Prozent der Teilnehmer war es im Vormonat sehr oder eher groß.

Umfrage: "Medien berichten zu wenig über die Klimakrise"

Rund vier von zehn der insgesamt 1.000 Befragte meinten, Medien berichten zu wenig über die Klimakrise, in etwa ein Drittel sah den Umfang als angemessen an. 14 Prozent gaben an, es werde zu viel darüber berichtet.

Auch zeigte die für die webaktive Bevölkerung ab 16 Jahren repräsentative Umfrage auf, dass ein Viertel der Österreicherinnen und Österreicher der Ansicht war, Medienhäuser würden zu wenig auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen. Ein Fünftel meinte wiederum, die Auswirkungen werden übertrieben dargestellt.

Junge Menschen rechnen mit negativen persönlichen Folgen

Die Furcht vor den Konsequenzen der Klimakrise ist im Zeitverlauf rückläufig. 55 Prozent der Befragten befürchteten sie im April sehr oder eher, im Juli des Vorjahres waren es noch 62 Prozent.

Mit negativen persönlichen Folgen rechnen vor allem junge Menschen bis 30 Jahre (68 Prozent) sowie Grün- und NEOS-Sympathisanten (79 und 64 Prozent). Auch schrumpft der Glaube daran, dass der Klimawandel noch in den Griff zu bekommen sei: Im Vormonat waren nur noch 42 Prozent auf jeden Fall oder eher davon überzeugt. Im Juli 2021 waren es noch 52 Prozent.

Klimakrise: Thema wird von Corona überschattet

"Das Thema Klima wird seit mehr als zwei Jahren von Corona überschattet und geht momentan in der Flut von Kriegsnachrichten unter. Das führt dazu, dass die Krise weniger im Bewusstsein der Menschen präsent ist und als weniger bedrohlich wahrgenommen wird.

Vor dem Hintergrund anderer gesellschaftlicher Probleme sinkt die Zuversicht, dass wir die Folgen der klimatischen Veränderungen noch bewältigen können", analysierte die Leiterin des Gallup-Instituts, Andrea Fronaschütz. Umso mehr seien die Medien gefordert, das Klima trotz anderer wichtiger Themen in ihrer Berichterstattung mitzudenken und auf Lösungsmöglichkeiten hinzuweisen, so die Institutsleiterin.

(APA/Red)

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