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Umfrage zeigt: Unternehmen geht das Geld aus

Vielen Unternehmen geht langsam das Geld aus.
Vielen Unternehmen geht langsam das Geld aus. ©pixabay.com (Sujet)
Unternehmen sind derzeit stark vom Coronavirus betroffen. Vielen Betrieben werden in wenigen Monaten die finanziellen Mittel ausgehen.

In hohem Maße lebensbedrohlich ist das Coronavirus für Unternehmen. Nach dem ersten Monat "Shutdown" reichen die liquiden Mittel in jedem zweiten Betrieb maximal noch drei Monate oder deutlich darunter, geht aus einer aktuellen Umfrage des Kreditschutzverbandes KSV1870 unter rund 1.100 Firmen hervor. Die Geschäftslage der Unternehmen habe sich "in kürzester Zeit massiv verschlechtert".

Liquide Mittel neigen sich bei 30 % dem Ende in drei Monaten

Bei 30 Prozent der Befragten gehen die liquiden Mittel nach derzeitigem Stand in spätestens drei Monaten aus, bei weiteren 14 Prozent ist diese Zeitspanne sogar noch wesentlich kürzer - hier dürften die finanziellen Rücklagen in maximal vier Wochen aufgebraucht sein. Etwas mehr als 5 Prozent der Unternehmen sind nur noch zwei Wochen liquide und bei 4 Prozent der österreichischen Betriebe sind sogar bereits sämtliche finanziellen Mittel aufgezehrt.

Zwei Drittel der Firmen geben an, stark von den Covid-19-Maßnahmen betroffen zu sein, so das alarmierende Ergebnis der KSV-Erhebung. Bei etwas mehr als zwei Drittel (68 Prozent) habe sich die Coronakrise "sehr stark" oder "stark" auf ihr Geschäft ausgewirkt - 27 Prozent davon beklagen sogar einen "massiven Einschnitt". Hingegen sind lediglich knapp 3 Prozent der Betriebe "überhaupt nicht von der momentanen Situation betroffen".

Nur 31 % bewerten Geschäftslage noch positiv

Nur noch 31 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage positiv - 9 Prozent davon beurteilen diese mit "sehr gut". Vor der Krise seien es mit knapp zwei Drittel (63 Prozent) noch doppelt so viele gewesen, so der KSV1870 unter Verweis auf eine frühere Umfrage.

Das wirkt sich noch heuer auf die Investitionstätigkeit aus: Nur noch knapp 13 Prozent der Firmen können ihre für 2020 geplanten Ausgaben in vollem Umfang tätigen. Mehr als jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) muss teils deutlich reduzieren. Ein weiteres Fünftel (21 Prozent) muss heuer laut Umfrage komplett auf Investitionen verzichten. Die endgültige Entscheidung darüber stehe aber bei rund 29 Prozent noch aus.

Anfang des Jahres wollte noch rund jedes zweite Unternehmen 2020 Investitionen in einer ähnlichen Dimension wie 2019 durchziehen und ein knappes Viertel sogar noch mehr.

61 % haben um finanzielle Hilfe angesucht oder planen es

Angesichts der angespannten Lage verwundere es nicht, dass bisher 61 Prozent der befragten Unternehmen um finanzielle Hilfe aus dem "Rettungsschirm" der Regierung angesucht hätten bzw. planten, das noch zu tun, so die Gläubigerschützer. Aus der Umfrage ergebe sich "eine dramatische Verschlechterung der finanziellen Stabilität innerhalb der heimischen Wirtschaft".

"Die vergangenen Wochen haben massive Auswirkungen auf die Betriebe - gerade deshalb müssen die Unternehmen spätestens jetzt anfangen, visionäre Strategien zu entwickeln und umzusetzen, um das wirtschaftliche Überleben langfristig zu sichern", so der CEO der KSV1870 Holding AG, Ricardo-Jose Vybiral.

Lediglich jedes siebente heimische Unternehmen (14 Prozent) erwartet laut KSV-Blitzumfrage "aus heutiger Sicht langfristig keine Probleme".

150 Mio-Start-up-Paket soll heimische Gründerszene über Wasser halten

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) will angesichts der Coronakrise die Liquidität der heimischen Start-up-Szene mit einem 150 Mio. Euro-Paket sichern. Es gehe um einen "Paarlauf" der Regierung mit privaten Investoren, sagte Schramböck am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

In Planung ist ein mit 50 Mio. Euro dotierter privater Venture-Capital-Fonds und ein COVID-19-Startup-Hilfsfonds der staatlichen Förderbank aws. Der private Risikokapitalfonds wird mit einer staatlichen Garantie in Höhe von 50 Prozent besichert. Beim aws-Hilfsfonds kommen 50 Mio. von privaten Investoren und 50 Mio. Euro vom Bund. Das private Kapital soll durch im Erfolgsfall rückzahlbaren Zuschuss verdoppelt werden. Die Details zu den Start-ups-Hilfsmaßnahmen sollen noch in den nächsten Tagen fixiert werden.

(APA/Red)

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