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Umbau: Wien Museum schließt am 3. Februar 2019

Das in die Jahre gekommene Wien Museum wird von Gund auf erneuert.
Das in die Jahre gekommene Wien Museum wird von Gund auf erneuert. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Freunde des Wien Museums am Karlsplatz sollten dem Museum noch vor dem 3. Februar 2019 einen Besuch abstatten. Denn ab dem Tag schließt die Einrichtung für mehrere Jahre.

Das Wien Museum am Karlsplatz schließt am 3. Februar 2019 für mehrere Jahre. Das hat Direktor Matti Bunzl am Dienstag in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Grund ist der geplante Um- bzw. Erweiterungsbau für das in die Jahre gekommene Haus. Ausstellungen wird es aber auch während der Schließzeit geben – etwa im Museum auf Abruf beim Rathaus, das seit heuer ebenfalls zum Wien Museum gehört.

Umbau dürfte Ende 2019 starten

Der nun festgelegte Schließtag bedeute aber nicht, “dass da schon die Bagger vor der Tür stehen”, führte Finanzdirektorin Christina Schwarz entsprechende Vorlaufzeiten und logistische Herausforderungen ins Treffen. Das Museum müsse schließlich komplett ausgeräumt werden, bevor die Arbeiten starten können. Wann tatsächlich schweres Gerät anrücken wird, darauf wollte man sich heute einmal mehr mit Verweis auf laufende Ausschreibungen und Behördenverfahren nicht festlegen. Man hoffe aber, dass es noch 2019 so weit sein wird, hieß es.

Über 100 Millionen Euro eingeplant

Für den mit 108 Mio. Euro budgetierten Umbau selbst werden jedenfalls bis zu zweieinhalb Jahre eingeplant, sagte Schwarz. Kernstück der Neugestaltung ist die Dachaufstockung, die dank statischer Tricks über dem existierenden und denkmalgeschützten Bau von Oswald Haerdtl – dieser wird renoviert – schweben wird. In Sachen Wiederöffnungstermin zeigte man sich ebenfalls sehr vorsichtig. “Sobald wie möglich. Ich wäre glücklich über 2022/23, würde aber auch 2024 akzeptieren”, meinte Bunzl auf entsprechende Journalistenfragen.

1.000 Quadratmeter mehr für Dauerschau

Die Besucher des neuen Wien Museums werden die Änderungen jedenfalls nicht nur in Form des äußeren Erscheinungsbilds mitbekommen. Denn die Dauerausstellung wird völlig neu konzipiert und dank des Flächenzugewinns 3.000 statt bisher 2.000 Quadratmeter groß sein. Für Sonderschauen stehen 1.200 statt 700 Quadratmeter zur Verfügung, freute sich Bunzl.Wien. In Sachen inhaltlicher Konzeption ist die künftige Dauerausstellung schon einigermaßen weit gediehen. “Sie wird chronologisch aufgebaut sein – von der ersten Besiedelung des Naturraums bis zur Gegenwart”, gewährte Kuratorin Elke Doppler einen vagen Vorgeschmack: “Wir können vieles zeigen, was bisher im Depot war.” Das Drittel an zusätzlichem Raum wird jedenfalls fast ausschließlich dem 20. und 21. Jahrhundert gewidmet sein – jenem Zeitraum, der bisher wegen Platzmangels sehr unterrepräsentiert war.

Ausstellung im Haerdtl-Bau

Über alle drei Geschoße des bestehenden Haerdtl-Baus wird sich die Dauerausstellung erstrecken. Verbunden werden die Stockwerke durch sanft ansteigende Stiegen, die gewissermaßen als Brücken fungieren und längs über einen Teil des jetzigen Atriums verlaufen werden, erklärte Architekt Roland Winkler vom Team Winkler+Ruck (Klagenfurt), das gemeinsam mit Ferdinand Certov (Graz) für die Gestaltung verantwortlich ist.

Über dem 1959 errichteten Karlsplatz-Haus schwebt künftig ein quaderförmiger Dachaufbau. Dieser wird hauptsächlich für Sonderausstellungen genutzt werden. Dazwischen bleibt ein freiliegendes “Fugengeschoß”, das durch die offene Front als Aussichts- und Cafeterrasse und dank verglaster zurückgesetzter Räume als helle Veranstaltungszone genutzt werden kann. Dazu kommt eine Art Kubus vor dem jetzigen Haupteingang des Museums, der einerseits als einladende Geste und andererseits als Abgrenzung zur verkehrsumtoste Zweierlinie dienen soll, so Winkler.

Abschiedsausstellung “Gemma, Gemma!

Bevor man endgültig für mehrere Jahre sperren muss, gibt es am Karlsplatz noch eine Art Abschiedsausstellung. Unter dem Titel “Gemma, Gemma” (8. November bis 3. Februar 2019) thematisiert das Haus noch einmal anhand ausgewählter Kapitel und Objekte seine eigene Geschichte.

(APA/red)

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