Ukraine stellt Gaslieferungen nach Serbien ein

Die Ukraine hat seit Mitternacht die Gaslieferungen nach Serbien komplett eingestellt. Am Dienstag wurde die Lieferung zunächst um 25 und danach um 50 Prozent gekürzt.

Der Chef der serbischen Gasfirma “Srbijagas”, Dusan Bajatovic, will im Laufe des Tages in Gesprächen mit der ungarischen Regierung in Budapest Gaslieferungen aus dem Nachbarland sichern. Es sei aber völlig unsicher, ob dies auch gelingen werde, meldeten serbische Medien am Mittwoch.

Der Staat unternehme alles, um das Heizen für alle Bürger zu sichern, versicherte unterdessen der Staatschef Boris Tadic. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass es in neun Städten, darunter in der Hauptstadt der Vojvodina Novi Sad, nur gasbetriebene Heizwerke gibt. Am Mittwoch früh waren sie laut Medienberichten noch in Betrieb.

Bajatovic sagte für den Sender B-92, dass Srbijagas zur Zeit rund 60.000 Kubikmeter Gas pro Stunde für die Heizwerke in Belgrad und etwa 40.000 Kubikmeter Gas für jene in Novi Sad sichern würde. “Dies wird nicht endlos möglich sein”, warnte Bajatovic. Bereits am Dienstag wurden die Industriebetriebe aufgefordert, den Gasverbrauch zu reduzieren.

Notmaßnahmen zur Versorgung der Heizkraftwerke mit Öl seien bereits eingeleitet, berichtete die dpa. Die Regierung stehe in Kontakt mit Russland. Der Lieferstopp hat viele Serben verbittert, weil ihr Land erst kurz vor dem Jahreswechsel die nationale Erdölindustrie zu einem Niedrigpreis an Russland verkauft hatte. Im Gegenzug war eine sichere Gasversorgung verabredet worden.

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