Ukraine: Russland errang Kontrolle über Stahlwerk "Iljitsch" in Mariupol

Mariupol im Süden der Ukraine am 14. April.
Mariupol im Süden der Ukraine am 14. April. ©REUTERS/Alexander Ermochenko (Symbolbild)
Das russische Militär hat laut Eigenangaben in Mariupol im Süden der Ukraine das Stahlwerk "Iljitsch" unter eigene Kontrolle gebracht.
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Fluchtkorridore angekündigt

"In der Stadt Mariupol wurde durch Angriffe der russischen Streitkräfte und Einheiten der Donezker Volksrepublik das Stahlwerk "Iljitsch" vollständig von ukrainischen Nationalisten befreit", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow am Freitag. Von ukrainischer Seite gab es dafür keine Bestätigung.

Ukraine: Kommandant über Lage in Mariupol

Der Kommandant der ukrainischen 36. Marineinfanteriebrigade, Serhij Wolyna, beschrieb in der Zeitung "Ukrainskaja Prawda" die Lage in der Stadt allerdings als "kritisch". Mariupol könne nur durch eine schnelle Militäroperation zur Beendigung der russischen Blockade oder durch eine politische Lösung gerettet werden, meinte er. Bekannt ist, dass der Großteil der ukrainischen Kräfte unter Führung des nationalistischen Asow-Regiments sich im Stahlwerk Asow-Stahl verschanzt hat.

Russland drohte mit Angriffen auf Kiew

Moskau drohte zudem wieder mit Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. "Anzahl und Umfang der Raketenangriffe auf Ziele in Kiew werden als Reaktion auf terroristische Angriffe oder Sabotageakte des nationalistischen Kiewer Regimes auf russischem Territorium zunehmen." Am Vortag hatte Moskau Kiew beschuldigt, russische Grenzstädte anzugreifen. Eine Überprüfung der Anschuldigungen von unabhängiger Seite war nicht möglich.

Russland: Raketen auf Fabrik knapp fünf Kilometer von Kiewer Stadtrand

Russland tötete eigenen Angaben zufolge etwa 30 "polnische Söldner" in der Nähe von Charkiw. Zudem sei eine Raketenfabrik bei Kiew attackiert worden, hieß es am Freitag.

Auf die Fabrik "Wisar", knapp fünf Kilometer südwestlich des Kiewer Stadtrands, seien in der Nacht auf Freitag Raketen des Typs Kalibr abgefeuert worden, so der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Konaschenkow. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung. Medienberichten zufolge waren in der Nacht in Kiew aber mehrere heftige Explosionen zu hören. Die Fabrik "Wisar" soll Raketen für das Flugabwehrsystem S-300 hergestellt haben.

In den vergangenen Wochen hatte Moskau mehrfach vermeintliche Angriffe ukrainischer Truppen auf grenznahe russische Gebiete beklagt. Anfang April etwa gab es einen Luftangriff auf ein Öllager in der Großstadt Belgorod. Aus der Ukraine gab es damals weder eine Bestätigung noch ein Dementi.

(APA/Red)

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