Ukraine-Krieg: UNO fordert Untersuchung zu sexueller Gewalt

Die UNO-Frauenorganisation fordert eine Untersuchung sexueller Gewalt im Ukraine-Krieg.
Die UNO-Frauenorganisation fordert eine Untersuchung sexueller Gewalt im Ukraine-Krieg. ©REUTERS/Brendan McDermid
Die UNO-Frauenorganisation fordert eine unabhänige Untersuchung der mittlerweile zahlreichen Vorwürfe von sexueller Gealt im Ukraine-Krieg.
Russische Soldaten sollen Minderjährige vergewaltigen

"Wir hören immer häufiger von Vergewaltigungen und sexueller Gewalt", sagte die Direktorin von UN Women, Sima Bahous, am Montag. "Diese Anschuldigungen müssen unabhängig untersucht werden, um Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht zu gewährleisten."

Die UNO-Frauenorganisation will Aufarbeitung zu sexueller Gewalt

Bahous war vor kurzem in die Ukraine gereist. Sie verwies auf eine gefährliche Kombination aus Massenvertreibungen, der "massiven Präsenz von Wehrpflichtigen und Söldnern" und der offensichtlichen Brutalität gegenüber ukrainischen Zivilisten. Dies habe "alle Alarmglocken schrillen lassen". "Dieser Krieg muss aufhören. Jetzt."

Litauische Regierungschefin bei Borodjanka-Besuch erschüttert

Unterstützt wird die Forderung der UNO-Frauenorganisation nach einer unabhängigen Untersuchung zahlreicher Vorwürfe von sexueller Gewalt im Ukraine-Krieg von den SPÖ-Frauen. Zudem fordern sie sichere Fluchtkorridore für Frauen und Kinder aus der Ukraine. Der Ukraine-Krieg habe besonders brutale Auswirkungen auf Frauen und Kinder. "Daher müssen sie besonders geschützt werden und ihnen eine sichere Flucht ermöglicht werden", teilte SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner am Dienstag in einer Aussendung mit.

Auch die litauische Regierungschefin Ingrida Simonyte zeigte sich nach einem Besuch im Kiewer Vorort Borodjanka erschüttert über das Ausmaß der Gewalt. "Es gibt keine Worte, die beschreiben könnten, was ich dort gesehen und gefühlt habe", erklärte sie. Dabei habe sie nur einen "winzigen Teil der Beweise für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesehen, die Russland in der Ukraine begangen hat".

"Bilder zerstörter Städte zeigen Russlands wahres Gesicht"

"Die Bilder der zerstörten ukrainischen Städte und die Berichte der Überlebenden zeigen das wahre Gesicht Russlands", erklärte sie weiter. Litauen erwäge nun, ein Team für forensische Untersuchungen in die Ukraine zu entsenden.

Borodjanka stand mehrere Wochen unter russischer Kontrolle

Borodjanka hatte wie viele weitere Vororte der ukrainischen Hauptstadt mehrere Wochen lang unter der Kontrolle russischer Truppen gestanden. Als diese sich Anfang April schließlich zurückzogen, offenbarte sich ein Bild der Zerstörung und Gewalt. Die ukrainische Seite geht von hunderten zivilen Todesopfern aus und wirft Russland schwere Kriegsverbrechen vor.

Rettungskräfte bargen sieben Leichen aus den Trümmern

Ukrainische Rettungskräfte haben sieben Leichen unter den Trümmern zweier zerstörter Wohnhäuser in der Stadt Borodjanka gefunden. Seit dem Abzug der russischen Truppen Ende März suchen 200 Retter in der Stadt nach vermissten Einwohnern. Bisher fanden sie laut Angaben der Rettungsdienste die Leichen von 19 Menschen.

(APA/Red)

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