Übung von Polizei und Rettung: Amoklauf im Wiener Krankenhaus

Die Wiener Blaulichtorganisationen probten den Ernstfall.
Die Wiener Blaulichtorganisationen probten den Ernstfall. ©R. Reichhart.
AUVA, Einsatzkräfte der Wiener Polizei und Berufsrettung probten am vergangenen Donnerstag im Unfallkrankenhaus Meidling als Teil des Traumazentrum Wiens im Rahmen einer Übung den Ernstfall. Übungsszenario: Amoklauf in dem Spital mit mehreren Schwerverletzten.

"Dieses Szenario hat uns vor völlig neue Herausforderungen gestellt, denn wir mussten mit einer chaotischen Situation und großer Gefahr für Personal und Patienten umgehen", wurde Christian Fialka, ärztlicher Leiter des Traumazentrums Wien (TZW) und Leiter des Einsatzstabs am Donnerstag zitiert. "Auch wenn ein Amoklauf bei uns im Krankenhaus hoffentlich für immer Fiktion bleibt: Die Kommunikation und die Abläufe im Krisenfall sowohl im Haus als auch mit den Partnerorganisationen müssen immer wieder trainiert und verbessert werden!" Angesichts der Übungs-Annahme konnte der Einsatzstab auch nicht in den gewohnten Räumlichkeiten arbeiten, sondern musste improvisieren.

Einsatzübung im Traumazentrum Wien

Die Übung startete mit einem fiktiven Anruf aus dem Traumazentrum Wien bei der Notrufnummer der Polizei: "Bei uns wird im Bereich der Physiotherapie geschossen. Ich glaube, das ist ein Amoklauf!" Nur Minuten später trafen zuständige Beamte vom Polizeikommando Meidling ein, kurz darauf schon das Einsatzkommando Cobra. Geübt wurde die Sichtung, Evakuierung und Erstversorgung der Verletzten, dabei kamen mehr als 20 "Darsteller" zum Einsatz, die detailgetreu geschminkt waren und spezifische Verletzungen simulierten. Sie wurden sowohl vom Einsatzkommando der Cobra als auch vom Katastrophenzug der Wiener Berufsrettung und dem Krankenhauspersonal "versorgt".

Etwa 15 Beobachterinnen und Beobachter dokumentierten den Übungsverlauf und hielten die Erkenntnisse fest. "Ich bin stolz darauf, dass das Traumazentrum Wien auch für komplexe Krisensituationen vorbereitet ist. Mit Übungen wie jener vergangene Woche verbessern wir laufend unsere medizinische und organisatorische Exzellenz", erklärte AUVA-Generaldirektor Alexander Bernart. Beteiligt waren - neben Mitarbeitern des TZW - Einsatzkräfte des Stadtpolizeikommandos Meidling, des Einsatzkommandos Cobra sowie der Katastrophenzug der Wiener Berufsrettung (MA 70). Koordiniert und vorbereitet wurde dieses aufwendige Übungsszenario von der Stabsstelle OGK (Organisation für Großschadensereignisse und Katastrophen) bei der Unfallversicherung.

(APA/red)

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