U21-Stammspieler Baumgartlinger bei 1860 auf Abstellgleis

Für Julian Baumgartlinger hat die Teilnahme mit der österreichischen Fußball-U21-Nationalmannschaft am EM-Play-off gegen Finnland eine willkommene Abwechslung vom tristen Club-Alltag gebracht.

Noch vor wenigen Monaten schien der Salzburger auf dem besten Weg zu einem Stammleiberl beim deutschen Zweitligisten TSV 1860 München, seit dieser Saison ist aber alles anders: Der 20-Jährige pendelt zwischen der Profi-Ersatzbank und dem Amateur-Team und brachte es bisher nur auf einen Kampfmannschafts-Einsatz, als er am 31. August gegen Rot-Weiß Ahlen in der 54. Minute eingewechselt wurde.

“So wie es derzeit für mich läuft, ist es für mich natürlich überhaupt nicht optimal”, gab Baumgartlinger zu. Der Mittelfeldspieler versucht dennoch, das beste aus seiner Situation herauszuholen. “Für mich ist es deshalb nicht schwieriger, Motivation zu finden. Ich gebe in jedem Training Vollgas und möchte mich beim Trainer beweisen”, sagte der Kapitän der U19-EM-Mannschaft, der im November 2007 sein Debüt in der “Ersten” von 1860 gegeben hatte.

Der Vertrag von Baumgartlinger in München läuft noch bis kommenden Sommer – sollte sich bis dahin nichts am Reservistendasein ändern, wird es wohl zu einem Tapetenwechsel kommen. “Es ist schon vor dieser Saison eine Leihvariante im Raum gestanden, aus der ist dann – im Nachhinein leider – nichts geworden. Es ist klar, dass ich mir im Moment Gedanken mache, und ich werde schauen, ob sich vielleicht etwas anderes ergibt”, erzählte der ÖFB-U21-Stammspieler und wollte auch eine Heimkehr nach Österreich nicht ausschließen.

Bei 1860 kam Baumgartlinger zuletzt auch rechts in der Viererkette zum Einsatz, seine klare Lieblingsposition ist aber im defensiven Mittelfeld-Zentrum. Gerade dort ist die Konkurrenz bei den “Löwen” allerdings besonders groß, so werden dem Salzburger unter anderem die Münchner Nachwuchs-Hoffnungen und Zwillingsbrüder Lars und Sven Bender vorgezogen.

Dennoch bereut Baumgartlinger seinen Wechsel im Alter von 13 Jahren zur Jugend-Abteilung von 1860 München in keiner Weise. “Für mich war das sehr wichtig, nicht nur aus sportlicher Sicht, sondern auch was die Persönlichkeitsentwicklung betrifft. Ich musste früh viel Verantwortung tragen.”

Auch wenn der Salzburger von der Richtigkeit seines frühen Abgangs nach Deutschland überzeugt ist – der Weg zu einem Kicker von internationalem Format führt laut Baumgartlinger nicht ausschließlich über einen Auslands-Transfer in frühen Teenager-Jahren. “Ich glaube nicht, dass es derzeit noch einen großen Unterschied zwischen In- und Ausland gibt, was die Ausbildung betrifft. Mit dem Challenge-Projekt ist alles besser geworden, deswegen ist ein früher Abschied aus Österreich nicht mehr zwingend nötig”, behauptete der 20-Jährige.

Nicht nur die Nachwuchsarbeit, auch die Voraussetzungen in der österreichischen Bundesliga hätten sich verbessert. “Mittlerweile ist die österreichische Liga wieder gut für junge heimische Spieler. Man sieht es ja an der U21-Mannschaft, viele spielen in der höchsten Liga und können sich gut entwickeln”, meinte Baumgartlinger, betonte aber auch: “Aber bald nach dieser Entwicklung wäre der Sprung ins Ausland schon gut.”

(Von Alois Tschida/APA aus Turku)

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