U2 in Wien: Tourleiter erwartet "großartige Show"

Gigantisch: Die Bühne von U2 im Wiener Ernst-Happel-Stadion
Gigantisch: Die Bühne von U2 im Wiener Ernst-Happel-Stadion ©APA
Am Montagabend werden die Popgiganten U2 im Wiener Happel-Stadion aufspielen. Aufwand und Bühne sind gigantisch. Die offene Rundbühne ist ein logistisches Meisterwerk für eine "großartige Show", wie der Tourleiter im Vorfeld verriet.
U2-Bühne in Wien

Die offene Rundbühne von U2 war Sonntagnachmittag in der letzten Aufbauphase. Sie wirkte bei der Besichtigung noch gigantischer als es diverse Fotos der “360-Grad”-Tour erahnen ließen. An die 50 Meter hoch ragt die zentrale Säule der riesigen Plattform, die sich an der Südseite des Wiener Ernst-Happel-Stadions befindet. Dort stellten sich U2-Tourleiter Craig Evans und die Produktionschefs Jake Perry und Hans-Jürgen Lautenfeld den Medien. “Die bisherigen Shows haben alle einen Level erreicht, von dem wir vorher nur zu träumen gewagt haben”, resümiert Evans dabei den bisherigen Verlauf der Tour.

Alle drei Anwesenden haben bereits mehrere Jahrzehnte im Musikbusiness verbracht, Touren von Rolling Stones oder Metallica begleitet und trotzdem ist die “360-Grad”-Tour für jeden von ihnen das bisher größte Projekt ihrer Karriere. Laut dem U2-Gitarristen The Edge hat übrigens Bono Vox selbst die Idee zur Bühne gehabt: “Ich weiß noch, wie Bono nach dem Abendessen Gabeln ineinander verkeilt hat, um zu sehen, ob es möglich wäre, Ton- und Licht-Equipment an solch einer Konstruktion anzubringen”, erinnerte er sich in einem Promovideo. Dabei ist der Aufbau der Bühne kein Problem mehr, “den hat man nach einem Jahr im Griff”, so Perry, nervös mache aber noch weiterhin der Transport. Der ist zweigeteilt, denn das Equipment reist getrennt vom Dach, das es gleich mehrmals gibt.

Bevor U2 am 25. August noch in Moskau aufspielten, starteten in Wien schon die Aufbauarbeiten. “Die Dachkonstruktion gibt es dreimal, die Produktion ist nur einmal vorhanden. Es wird jeweils eine Stadt aufgebaut, eine wird bespielt und eine wird abgebaut”, erklärt Lautenfeld die logistische Vorgehensweise. Der seit 40 Jahren in der Branche tätige Deutsche bezeichnete den zusätzlichen Arbeitsaufwand als ein “horrendes Vielfaches” des Aufwandes einer konventionellen Bühne. “Benötigt eine normale Dachkonstruktion bis zu fünfzehn Sattelschlepper und bis zu zwölf für die Produktion, gibt es hier 38 für die Bühne und 55 für die Produktion”, erklärt er die Verhältnisse, was bis dahin noch nicht dagewesenen Dimensionen entspräche.

Doch dafür wurde mit der Rundbühne das wichtigste Ziel erreicht, nämlich bestmögliche Sicht für jeden Konzertbesucher. “Wir haben Besucherrekorde in 80 Prozent unserer Auftrittsorte erreicht”, so Evans, der am Montag an die 69.000 Besucher erwartet, was die im Vorfeld genannten knapp 75.000 zwar unterbieten würde, aber immer noch für das bestbesuchte Konzert im Happel-Stadion sorgen würde. “Das Wiener Publikum ist immer sehr enthusiastisch und so wird es morgen eine großartige Show werden”, freut sich der Tourmanager.

Die Setlist, die bei den bisherigen Auftritten auch immer wieder für Überraschungen durch Live-Premieren gesorgt hat, werden U2 laut Evans erst am Nachmittag vor ihrem Auftritt festlegen – sie werde wie gewohnt ein bis zwei Änderungen beinhalten. Nach dem Konzert geht es gleich zurück zum Flughafen, bestätigt Evans: “Sie werden von der Bühne direkt ihre Abreise antreten.” Den einzigen Nachteil ihres futuristischen “Riesenkraken” musste U2 zuletzt in Moskau erleben, nämlich dass sie bei Regen die Nässe auch abbekommen, was Frontmann Bono Vox immerhin zu einem kurzen Cover des Klassikers “Singin’ in the Rain” animierte.

Laut Konzertwettervorschau der ZAMG vom Sonntag werden morgen in Wien aber nur mehr dichte Wolken zu erwarten sein. Bei der Anreise empfehlen die Wiener Linien nicht nur die U-Bahnlinie U2, die am Montag übrigens ihr dreißigjähriges Jubiläum feiert, zu benutzen, sondern auch die Linie U3 und von der Station Schlachthausgasse einen 15-minütigen Fußweg in Kauf zu nehmen. Von der direkten Anreise mit dem Auto wird hingegen vom ARBÖ abgeraten.

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