Typisch Wien: Der Apfelstrudel, eine heimische Delikatesse

Mein Selbermachen kann man die Kreativität spielen lassen.
Mein Selbermachen kann man die Kreativität spielen lassen. ©Pixabay/Sujet
Der Original Wiener Apfelstrudel ist ebenso Teil der kulinarischen Kultur der Stadt wie die Melange. Wir haben ein paar wissenwerte Fakten zur Kult-Nachspeise zusammengetragen - die garantiert auch Gusto machen!
Typisch Wien: Die Melange
Typisch Wien: Das Schnitzel

1. Wie der Name schon sagt: Zur Zubereitung des klassischen Wiener Apfelstrudels wird Strudelteig verwendet, aber auch Blätterteig.

2. Die Nachspeise erfreute sich schon am Hof der k.u. k.-Monarchie großer Beliebtheit. Hier galt es als edle Konditorkunst, dass der Teig für den Apfelstrudel manuell zu einem Teigblatt ausgezogen wurde – was bekannt wurde unter der Bezeichnung „ausgezogener Apfelstrudel“.

3. Dass es zwischen dem Apfelstrudel und der türkischen Süßspeise Baklava eine gewisse Ähnlichkeit gibt, kommt nicht von ungefähr: Zum ersten Mal wurde der Apfelstrudel im Jahr 1696 erwähnt. Seinen Ursprung soll er im Nahen Osten haben, wobei es sich hier um eine der Theorien handelt. Der Strudel soll über mehrere Länder, wie Ägypten, Palästina, Syrien und eben die Türkei bis nach Wien gebracht worden sein.

4. Auf seiner langen Reise bis nach Österreich soll der Strudel auch eine ganz wichtige Aufgabe gehabt haben: Da er lange haltbar war, wurde er gerne als Marschverpflegung für Soldaten auf Feldzügen verwendet.

5. Die Reise ging weiter: Während der Türkenbelagerungen im 16. und 17. Jahrhundert lernten auch die Ungarn, wie man den hauchdünnen, von Hand gezogenen Teig zubereitet.

6. Als der Strudel schließlich bis nach Wien gekommen war, wurde das Rezept immer weiter verfeinert. Im 18. Jahrhundert landete er schließlich als klassische Wiener Mehlspeise am Hof von Kaiserin Maria Theresia auf dem Teller.

7. Was sind nun die Eckpfeiler der Zubereitung? Gefüllt wird der Original Apfelstrudel mit Apfelscheiben, Rosinen, und in Butter gerösteten Semmelbröseln, abgeschmeckt wird er mit Zimt und Zucker. Gegessen wird er traditionell warm mit Vanillesauce.

8. Rekord: Der österreichische “Strudelkönig” Roman Huemer schaffte es 1991 vor laufender Kamera, in nur einer Minute und 53 Sekunden einen Teigling aus Strudelteig auf 3 m² auszuziehen und damit einen 252 Zentimeter langen Apfelstrudel zu wickeln. Das muss ihm erst jemand nachmachen!

9. Und wie sieht es nun mit den Kalorien aus? Eine Portion Apfelstrudel mit durchschnittlich 200g hat rund 388 kcal – ohne Vanillesauce als Beilage, versteht sich …

10. Falls man ihn mal nicht eigenhändig machen möchte: In welchen Wiener Lokalen kann man richtig guten Apfelstrudel genießen? Laut Usern von “Tripadvisor” sind insbesondere das Café Landtmann und das Café Restaurant Residenz in Schönbrunn empfehlenswerte Tipps. In der Hofbackstube im Residenz findet übrigens wieder die berühmte “Strudelshow” statt!

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