Turnhalle und Altstadthaus bekamen den Salzburger Architekturpreis 2010

Der Architekturpreis des Landes Salzburg 2010 geht an das Architekten-Ehepaar Horst und Christine Lechner für ihr Wohn- und Bürohaus im Salzburger Andräviertel sowie an Hemma Fasch und Jakob Fuchs für deren "herausragend gute, zurückhaltende und doch pointierte Konzeption" einer Turnhalle und eines Mädcheninternats in der Tourismusschule Bad Hofgastein.
Die Preisträger und ihre architektonischen Werke

Die fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Amber Sayah hat diese beiden Projekte unter 42 Einreichungen ausgewählt. Am Mittwochvormittag wurden die Preisträger bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Das Haus der Lechners wurde auf einem extrem kleinen und schwierigen Bauplatz errichtet und erfüllt alle denkmalschützerischen und bautechnischen Auflagen dieser architektonisch heiklen Umgebung. “Mit diesem Haus sind all jene Lügen gestraft, die immer wieder behaupten, dass in der Salzburger Altstadt kein Platz ist für modernes Bauen”, so Roman Höllbacher von der Initiative Architektur beim Pressegespräch.

Laut Jury haben Horst und Christine Lechner unter denkbar schwierigen Voraussetzungen nicht nur originell, ästhetisch ansprechend und zweckmäßig gebaut, sondern ökologisch wegweisend. Lechners Haus mit seinen 138 Quadratmetern Büro- und 107 Quadratmetern Wohnfläche sowie einem Allzweck-Keller für die halbwüchsigen Kinder braucht nur rund die Hälfte an Energie-Zufuhr eines Passivhauses.

Außerdem ausgezeichnet wurde das Architektenbüro Halle 1 für deren Eisenbahn- und Fußgängerbrücke über die Salzach in der Stadt Salzburg und die Vorarlberger Architekten Dietrich/ Unterifaller, die den Campus der Fachhochschule in Kuchl bei Hallein mit Holz erweitert haben. Der dritte im Bunde ist der Architekturpädagoge Anton Thiel, der für seine innovativen Schülerprojekte ebenfalls einen Anerkennungspreis bekam.

Das mit 7.500 Euro dotierte Architekturstipendium bekommt der 32-jährige Alexander Kollmann. Er hat die Jury mit seinen “unkonventionell urbanen” Konzepten für generationenübergreifenden Wohnbau sowie ein Forschungslabor und eine zusammen mit Schülern entworfene Fassade eines Schulgebäudes überzeugt.

Die Architekturpreisträger verlangten heute, die gesetzlich erlaubte Verbauungsdichte um rund zehn Prozent zu erhöhen. “Damit könnten die Baugründe besser genützt werden, was den Druck nehmen würde von den horrenden Baulandpreisen in Salzburg. Zudem würde die Möglichkeit, mehr Wohnfläche pro Grundfläche zu errichten, zu einem Bauboom führen, was die Wirtschaft ankurbeln würde. Außerdem ließen sich die Allgemeinkosten für öffentliche Verkehrsmittel, Strom- und Kanalanschlüsse, die Schneeräumung und vieles mehr erheblich reduzieren.

Wenn Salzburg wirklich Zukunftsregion sein will, dann braucht die Stadt 50.000 Bewohner mehr. Für diese vor allem jungen Menschen aber muss Raum geschaffen werden”, sagte Lechner. “Mit einer simplen Gesetzesänderung könnte die Landesregierung die Bau- und Lebens-Lust in dieser Stadt spürbar erhöhen, ohne dabei Grünland anzugreifen.”

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