Tschetschenen-Mord: Fünf Verdächtige in U-Haft

Nach dem Mord an dem Tschetschenen Umar Israilov in Wien ist über fünf Verdächtige die U-Haft verhängt worden. Grund sei der dringende Tatverdacht gegen die Männer, die ebenfalls aus Tschetschenien stammen.

Ihnen wird neben Beihilfe zum Mord das Schmieden eines Komplotts und die Beteiligung an organisierter Kriminalität zur Last gelegt.

Ob die Verdächtigen aus Niederösterreich und Wien Helfer gewesen sein sollen oder auch einer der mutmaßlichen Mörder bereits in Haft ist, stand noch nicht fest. “Das ist noch nicht klar”, betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jarosch. Die Spurenauswertung sei noch nicht abgeschlossen. Untersucht werden unter anderem DNA-Spuren auf einer beim Tatort gefundenen Tarnjacke sowie bei Hausdurchsuchungen sichergestellte Patronenhülsen, passend zur Tatwaffe. Ein Geständnis hat bisher keiner der Verdächtigen abgelegt.

Umar Israilov war am 13. Jänner in Wien-Floridsdorf vermutlich von zwei Männern durch drei Schüsse getötet worden. Der politische Flüchtling hatte seit dem Sommer 2008 mehrmals um Polizeischutz gebeten. Die Familie des Opfers sprach nach der Tat von einer Verfolgung des 27-Jährigen durch Männer des pro-russischen Tschetschenen-Präsidenten Ramsan Kadyrow. Weiters fand sich der Name des Mordopfers auf einer Liste im Internet, die angebliche Zielpersonen des russischen Geheimdienstes anführt. Die Staatsanwaltschaft beurteilte mögliche politische Motive bisher als Spekulationen und Annahmen.

Kurz nach dem Mord verhaftete die Polizei in St. Pölten einen 40-jährigen Tschetschenen, der das Fluchtfahrzeug gefahren haben soll. Er befindet sich in Untersuchungshaft und bestreitet jeden Zusammenhang mit der Tat. Rund zwei Wochen nach der Tötung Israilovs wurden bei 18 gleichzeitig durchgeführten Hausdurchsuchungen in Wien, Nieder-, Oberösterreich und der Steiermark sieben weitere Verdächtige festgenommen. Zwei davon wurden am Freitag wegen mangels an Beweisen freigelassen. Der Tatverdacht sei zwar noch gegeben, werde aber nicht mehr als “dringend” eingestuft, so Jarosch. Gegen beide wird weiterhin ermittelt.

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