Tschetschenen-Mord - Alle stehen unter Verdacht

Der Verdacht auf eine Beteiligung an der Ermordung des Tschetschenen Umar Israilov sei der Grund für die Festnahmen sowie die Hausdurchsuchungen gewesen, erklärte Gerhard Jarosch von der Staatsanwaltschaft.

Ob die beiden Männer, die den 27-Jährigen auf offener Straße erschossen haben sollen, unter diesen Verdächtigen seien oder ob es sich nur um Helfer handle, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. “Das werden wir noch sehen”, so Jarosch. Von einem Bezug im Umfeld der Tat gehe man jedenfalls aus. Jetzt seien noch weitere Ermittlungen nötig

Bei den Festnahmen Mittwoch früh wurden insgesamt 18 Gebäude von Polizeikräften durchsucht. In Wohnungen in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark griffen die Einsatzkräfte zeitgleich zu.

Zu möglichen politischen Motiven hinter dem Mord wollte die Staatsanwaltschaft noch keine Stellung abgeben. “Wir haben keinen Beweis”, betonte Jarosch. Israilov hatte seit dem Sommer 2008 mehrmals um Polizeischutz gebeten. Die Familie des Opfers sprach nach der Tat von einer Verfolgung des 27-Jährigen durch Männer des pro-russischen Tschetschenen-Präsidenten Ramsan Kadyrow. Weiters fand sich der Name des Mordopfers auf einer Liste im Internet, die laut einer Rebellengruppe angebliche Zielpersonen des russischen Geheimdienstes anführt.

Umar Israilov war in Wien-Floridsdorf durch drei Schüsse getötet worden. Der politische Flüchtling soll einst als Mitglied der Leibgarde Kadyrows gedient haben. Wenige Stunden nach dem Mord war ein in Niederösterreich lebender Landsmann des Opfers festgenommen worden. Er soll den Tätern als Fahrer des Fluchtwagens gedient haben. Der Mann befindet sich in U-Haft.

 

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