Trotz steigender Corona-Zahlen: Regionale Lockerungen geplant

Ene sofortige Öffnung der Gastronomie kann man allerdings ausschließen.
Ene sofortige Öffnung der Gastronomie kann man allerdings ausschließen. ©APA
Trotz steigender Corona-Zahlen könnte die Regierung schon bald Öffnungsschritte veranlassen - zumindest lokal. Vorarlberg, dem Bundesland mit der geringsten Inzidenz, könnte zum Versuchskaninchen werden. Eine sofortige Öffnung der Gastronomie sei aber unwahrscheinlich.

Trotz stark steigender Corona-Infektionszahlen berät die Regierung am Montag mögliche weitere Lockerungen. Eine sofortige Öffnung der Gastronomie im ganzen Land ist ebenso wenig zu erwarten wie, dass Kultur- und Freizeiteinrichtungen demnächst wieder die Tore öffnen können. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass wieder stärker regional unterschieden wird, sowie dass im Jugendsport Erleichterungen kommen.

Laut einem Bericht der "Vorarlberger Nachrichten" - der von seinem Büro auf APA-Anfrage grundsätzlich bestätigt wurde - hat Wallner am Wochenende sowohl bei Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) als auch bei Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) für Öffnungsschritte in Vorarlberg geworben. Es brauche regionalen Spielraum, betonte Wallner, der Öffnungsschritte im Bereich der Gastronomie, der Kultur und des Sports setzen möchte. Innerhalb von zwei bis drei Wochen wäre das machbar, so der Landeshauptmann. Öffnungen wären aber nur mit Tests denkbar, dazu müssten laut Wallner auch die Selbsttests akzeptiert werden. Die Kapazitäten der Teststraßen würden nicht ausreichen, um die notwendige Anzahl an Tests zu bewältigen.

Ampel-Kommission wollte Öffnung zurücknehmen

Aus der Regierung heißt es zur APA, dass sich auch die Experten für regional angepasstes Vorgehen aussprechen. Freilich hatte zuletzt der allergrößte Teil der medizinischen Berater vor weiteren Lockerungen gewarnt. Die Ampel-Kommission hatte sogar die Rücknahme von Öffnungsschritten nahe gelegt, wenn eine Inzidenz von 200 auf 100.000 Einwohner vorliegt.

Diese ist in Niederösterreich mit 196,2 bereits fast erreicht. Auch Wien, das in Lockdown-Zeiten beständig unter 100 lag, nähert sich der 200er-Markte mit großen Schritten (aktuell 186,6). Warum gerade im Osten das Infektionsgeschehen so stark wächst, ist Gegenstand unterschiedlicher Überlegungen. Einerseits soll sich hier die infektiösere britische Variante früher breit gemacht haben, andererseits haben gerade in Wien und Niederösterreich die Schulen eine Woche früher geöffnet, was ebenfalls einen größeren Effekt haben könnte.

Tirol und Vorarlberg offen?

Unter 100 liegt die Marke nur in zwei Bundesländern, knapp in Tirol trotz der dort grassierenden vermutlich impfresistenteren Südafrika-Variante, und deutlicher in Vorarlberg. Die am Sonntag vermerkten 72,8/100.000 sind freilich auch schon wieder ein Anstieg. Vor einigen Tagen lag der Wert in Vorarlberg noch nahe an der Wunschmarke von 50.

Das Problem für die Regierung liegt darin, dass der Druck bezüglich Öffnungen in den vergangenen Tagen gestiegen war. Mehrere Landeshauptleute wollten möglichst schon Mitte des Monats die Gastronomie offen sehen. Dazu drängen Sportvereine darauf, Jugendliche wieder ins Training zu lassen, da diese ohnehin in der Schule getestet werden - das freilich mit den nicht sonderlich zuverlässigen Nasenbohr-Tests. Öffnen wollen natürlich auch die Kultureinrichtungen, und der Tourismus hat noch einen Hauch Hoffnung auf ein kleines Ostergeschäft.

Regionale Öffnung denkbar

Zuletzt war öfter zu hören, dass man zumindest Termine in Aussicht stellen könnte. Nunmehr dürfte man auf einen regionalen Kurs eingeschwenkt sein. Wie weit man hier geht, wird sich wohl erst bei den Beratungen mit den Landeshauptleuten selbst zeigen. Ob Öffnungsbefürwortern wie dem burgenländische Landeschef Hans Peter Doskozil (SPÖ) ein Feldversuch im Westen reicht, gehört zu den interessanteren Fragen der Runde.

Der Sonntagswert von über 2.100 war der höchste an diesem Wochentag im heurigen Jahr. Die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg auf 158. Zur Erinnerung: Ursprünglich wollte die Regierung den strikten Lockdown erst bei einem Wert von unter 50 beenden. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sprach am Sonntag von einer "alarmierenden Trendwende".

Beratungen am Montag

Beraten wird die Regierung am Montag wie zuletzt üblich zunächst mit medizinischen Experten. Danach wird die Opposition per Videokonferenz eingebunden, schließlich sind die Landeshauptleute im Kanzleramt zu Gast. Bei dieser Unterredung werden die Maßnahmen endgültig paktiert und im Anschluss (voraussichtlich rund um 17 Uhr) der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

(APA/Red)

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