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Türk will Grenzstreit mit Kroatien bald beenden

Der slowenische Präsident Danilo Türk erwartet eine Lösung für den Grenzstreit mit Kroatien. Slowenien wolle keineswegs die Beitrittsverhandlungen Kroatiens stoppen.
Die Vermittlungsinitiative der EU-Kommission und die Bemühungen von Erweiterungskommissar Olli Rehn würden einen Weg dafür aufzeigen, erklärte Türk anlässlich eines Treffens mit Bundespräsident Heniz Fischer im slowenischen Bildungshaus Tainach gegenüber der Tageszeitung “Kurier” (Samstag-Ausgabe). “Wir nehmen diese Initiative sehr ernst”, meinte Türk, “wir haben einige Änderungsvorschläge zu den Vorgaben der Kommission unterbreitet. Ich hoffe, dass es möglich sein wird, auf dieser Grundlage rasch weiter zu kommen.”

Slowenien habe “keinesfalls” die Absicht, den Beitrittsprozess Kroatiens zu stoppen, betonte der slowenische Präsident. “Wir hoffen, dass Kroatien die Beitrittskriterien erfüllt. Kroatien wird in absehbarer Zeit Mitglied der EU sein.” Bezüglich der Perspektiven anderer Balkanländer wie Serbien wollte Türk “nicht spekulieren”: “Es wird ein step-by-step-Prozess sein. Noch in diesem Jahr werden wir noch einen großen Schritt Richtung Visa-Liberalisierung für eine Reihe von Ländern in dieser Region machen. Dann werden die nächsten Schritte folgen.”

Bundespräsident Fischer und sein Amtskollege Türk hatten am Freitag bei den beiden Mauthausen-Außenlager am Loiblpass der Opfer des Konzentrationslagers gedacht. Sowohl am slowenischen Südportal des Tunnels als auch auf der Kärntner Nordseite legten die Präsidenten Kränze nieder.

Zwischen 1943 und 1945 waren Hunderte KZ-Häftlinge gezwungen worden, den militärisch-strategisch wichtigen Tunnel auf 1566 Metern Seehöhe in den Berg zu treiben. Etliche Insassen – sie stammten aus 16 verschiedenen Ländern Europas – kamen aufgrund der unmenschlichen Arbeitsbedingungen ums Leben oder wurden aus anderen Gründen ermordet. Auf den Tag genau vor 66 Jahren kam der Häftlingstransport von Mauthausen in den Karawanken an.

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