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Trautmann - Kritik und Trailer zum Film

Bernhard "Bert" Trautmann war einer der weltbesten Torhüter im Fußball, aber vielleicht erinnern sich die Engländer besser an ihn als die Deutschen. Der "Wer früher stirbt ist länger tot"-Regisseur Marcus H. Rosenmüller hat die Geschichte des Goalies verfilmt, der zwischen 1949 und 1964 für Manchester City 545 Spiele bestritt.

Wer mit gebrochenem Halswirbel zwischen den Pfosten eines Fußballtores steht und kein Gegentor kassiert, der muss in England Anhänger finden – selbst wenn er Deutscher ist und noch einige Jahre zuvor in der Wehrmacht kämpfte. Nun hat der Regisseur Marcus H. Rosenmüller die Geschichte des Torwarts Bernhard “Bert” Trautmann verfilmt – unter dem sprechenden Titel “Trautmann”. Ab Freitag im Kino.

Trautmann: Kurzinhalt zum Film

Herausgekommen ist ein berührender Film über Fußball, das Zurechtfinden in einer neuen Heimat sowie Schuld und Vergebung. Rosenmüllers Film lässt sich Zeit bis zum legendären Spiel im Jahre 1956, in dem Trautmann (1923 – 2013) sich schwer verletzte, aber weiterspielte. Und dies ist gut so. Denn der Fußball bildet nur den Rahmen für die bewegende Geschichte des gebürtigen Bremers, der zwischen 1949 und 1964 für Manchester City 545 Spiele bestritt.

“Trautmann” beginnt ein bisschen wie ein Heimatfilm – aber in der brutalen Version. Kleve am Niederrhein, 1945: Der Wehrmachtssoldat Bert Trautmann (David Kross) sieht ein Reh im Wald. Es folgt ein Bombenangriff der Alliierten. Vom Reh ist nur noch der Kopf übrig. Der Soldat überlebt. Wenig später gerät Trautmann in britische Kriegsgefangenschaft und wird inhaftiert. Die deutschen Kriegsgefangenen spielen im Lager Fußball um Zigaretten. Dem Trainer eines englischen Provinzclubs fällt Berts Talent als Torwart auf. Und er schafft es, dass dieser für ihn spielen darf – deutsche Hilfe im Abstiegskampf.

Regisseur Rosenmüller, der bekannt ist für seine Heimatfilme in der bayerischen Provinz wie “Wer früher stirbt ist länger tot”, tut gut daran, dieses Werk über weite Strecken in einer provinziell anmutenden englischen Umgebung zu erzählen. Hier muss sich Trautmann, der ehemalige Wehrmachtssoldat, behaupten. Hier muss er die Zuschauer und die Mitspieler davon überzeugen, dass er ein integrer Mann ist und kein Nazi – auf dem Fußballplatz, im Tante-Emma-Laden, über einem Bier im Pub. Am meisten Überzeugungsarbeit muss er bei der Tochter des Trainers leisten, in die er sich verliebt.

Trautmann: Die Kritik

Schauspieler David Kross (“Der Vorleser”) hängte sich zur Vorbereitung des Films die Wohnung voll mit Trautmann-Bildern, wie er erzählte. Er verkörpert Trautmann hier als netten und auch charmanten Deutschen, der sich in England rasch anpassen kann. Kross macht das stets souverän. Die beste schauspielerische Leistung bringt er jedoch an den Stellen des Films, wenn Trautmann ins Grübeln gerät, wenn er über die eigene Schuld nachdenkt. Dann zuckt – auf der großen Kinoleinwand wahrnehmbar – der Tränensack unter seinem linken Auge.

Zwischendurch, wenn Trautmann auf dem Fußballplatz und daneben vieles mit Bravour meistert, und auch wenn er in Rückblicken auf das Soldatenleben als makelloser Held erscheint, wirkt der Film etwas zu glatt: eine Heldengeschichte, die dabei aber sehr gut unterhält. Selbst der Rabbi von Manchester spricht sich für Trautmann aus, nachdem dieser – als Neuverpflichtung beim Proficlub Manchester City – nicht von den Fans akzeptiert wird. Trautmann, ein “anständiger Kerl” eben.

Im letzten Drittel ergibt sich dann aber noch das komplexe Gesamtbild der Filmfigur Bert Trautmann. Hier offenbart sich die Qualität des Films, denn das Publikum sieht nun den ehemaligen Wehrmachtssoldaten und gefeierten Fußballprofi in all seinen Facetten. Trautmann erinnert sich an Erlebnisse, die er verdrängt hatte. Die Souveränität bröckelt. Es braucht für Trautmann einen tragischen Schicksalsschlag, um dahinzukommen – und das Schicksal trifft ihn diesmal nicht im Genick.

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(APA/red)

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