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Transplantationen am Wiener AKH: Chirurg meldet sich zu Wort

Chef der Wiener Universitätsklinik für Chirurgie: Walter Klepetko.
Chef der Wiener Universitätsklinik für Chirurgie: Walter Klepetko. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Am Samstag meldete sich nach den schweren Vorwürfen gegen das Wiener AKH der Chef der Universitätsklinik von MedUni Wien und AKH für Chirurgie, Walter Klepetko, zu Wort.
Vorwürfe gegen Wiener AKH

Als "massive Verzerrung und Missinformation der Öffentlichkeit", bezeichnete Walter Klepetko gegenüber der APA Medien-Darstellungen zu Wiener Hilfsprogrammen für mittel-, süd- und osteuropäische Lungentransplantations-Aktivitäten. Die MedUni Wien hatte am Samstag dazu ebenfalls Stellung bezogen.

Klepetko, der in Wien eines der größten Zentren für Lungentransplantationen weltweit aufgebaut hat: "Wir haben seit Jahrzehnten an der Entwicklung von Lungentransplantationsprogrammen in Nachbarländern geholfen. Das ist öffentlich, publik und transparent - auch gegenüber der Eurotransplant - dargestellt worden. Wir waren maßgeblich daran beteiligt, dass Tschechien, Ungarn und Slowenien solche Programme haben. In Griechenland wurde der Start mit Lungentransplantationen im Juni mit unserer Hilfe vom Gesundheitsminister angekündigt. Die österreichische Botschafterin in Griechenland hat uns dazu gratuliert."

Fall einer 47-jährigen griechischen Patientin

In Medien wird beispielsweise angedeutet, dass es Anfang Oktober bei einer 47 Jahre alten griechischen Patientin, die in Wien die Lunge aus Griechenland erhalten hatte, zu Unregelmäßigkeiten gekommen wäre. Klepetko: "Das ist nicht richtig. Die Patientin wartete extrem dringlich auf eine Lunge wegen schnell fortschreitenden Lungenhochdrucks. Wir hatten die griechischen Chirurgen eineinhalb Jahre lang ausgebildet. Das erste für eine Transplantation in Athen zur Verfügung gestandene Organ war gerade für diese Patientin passend. Aber wegen der in diesem Fall extremen Komplexität des Eingriffes sahen sich sowohl die griechischen Kollegen als auch wir nicht in der Lage, damit das neue Programm in Athen mit einem derart schwierigen Fall zu starten."

Das weitere Vorgehen sei dokumentiert und vollständig nachzuvollziehen, betonte der Wiener Chirurg: "Mein Team wurde von den griechischen Kollegen ersucht, diese Patientin ausnahmsweise noch in Wien zu transplantieren. Ich habe dem nur zugestimmt, wenn das aus Griechenland stammende Organ bei Eurotransplant (Verteilungszentrum für mehrere europäische Länder; Anm.) angemeldet würde. Das war transparent, nachvollziehbar und erfolgte nach allen gültigen Regeln. Aufgrund der Kriterien stand dieses aus Griechenland stammende Organ schließlich auch wirklich für den Eingriff an dieser Patientin zur Verfügung."

Die Kranke wurde nach Wien geflogen. Ein Wiener Chirurgenteam unterstützte die griechischen Ärzte bei der Organentnahme und -Vorbereitung. "Dann flog das Team wieder nach Wien, die Patientin erhielt die Lunge transplantiert", schilderte Klepetko.

"Wir haben in den vergangenen Jahren aus Griechenland um 22 mehr Lungen von Spendern erhalten als für griechische Patienten transplantiert wurden. Das alles lief über Eurotransplant", sagte Klepetko gegenüber der APA.

Wiener AKH stellt ausländischen Patienten die Kosten in Rechnung

Klar sei, dass das Wiener AKH den Krankenversicherungen der ausländischen Patienten die Kosten für die Eingriffe in Rechnung stelle. "Das können je nach Krankenhausaufenthaltsdauer 70.000 oder 100.000 Euro sein. Das gesamte Ärzteteam erhält für den enormen Mehraufwand solcher Aktionen 17.000 Euro. Davon erhalte ich 20 Prozent, zwölf Prozent bekommt das AKH als Beitrag zur Infrastruktur, der Rest geht an das gesamte Team. Das ist ein völlig legaler und transparenter Prozess. Es zahlen die Krankenversicherungen der jeweiligen Länder, nicht die Patienten", sagte Klepetko.

Insgesamt habe man über den Zeitraum von zwei Jahrzehnten mit dem Programm in enger Kooperation mit Nachbar-, osteuropäischen und südosteuropäischen Staaten für Österreich eine positive Bilanz erreicht. "Dadurch ist es gelungen, dass bei uns die Sterberate von Patienten auf der Warteliste für eine Lungentransplantation bei nur 1,3 Prozent liegt. Das einer der niedrigsten Werte weltweit." Am Wiener AKH werden pro Jahr rund hundert Lungentransplantationen vorgenommen. "Wir werden bald bei 2.000 derartigen Eingriffen angelangt sein", betonte der Chirurg.

(APA/Red)

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