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Trainerlose Rieder gegen den LASK

Die Vorzeichen sind kurios. Die SV Ried geht am Samstag ohne Trainer ins Oberösterreich-Derby gegen den LASK.

Zum Verantwortlichen am Spielfeldrand wurde der Rieder Ex-Spieler Michael Angerschmid bestellt, der die Amateure betreut und sich im Moment in einer Trainerausbildung befindet. “Wir haben aber keinen Trainer im eigentlichen Sinn”, gestand Ried-Manager Stefan Reiter, der gemeinsam mit Angerschmid über die Aufstellung entscheiden wird.

Die Rieder hatten sich vergangenes Wochenende von Trainer Thomas Weissenböck getrennt und bis Mittwoch einen Nachfolger angekündigt. “Die Zeitschiene war von mir zu kurz gesetzt”, gestand Reiter. “Da muss ich mich bei der eigenen Nase nehmen.” Als Favorit war im Innviertel der ehemalige Austria-Trainer Georg Zellhofer gehandelt worden, viele andere Kandidaten seien daher zurückgeschreckt. “Aber uns hat noch niemand abgesagt”, betonte Reiter.

Auch nach dem Derby will sich der Manager alle Optionen offen halten. Entweder werde noch für die zwei ausständigen Spiele ein neuer Coach präsentiert, oder erst für den am 25. Mai geplanten Trainingsauftakt. “Ich werde aber sicher nicht den Anspruch stellen, nächstes Jahr Trainer zu sein. Auch, wenn wir jetzt alle drei Spiele gewinnen sollten”, versicherte Angerschmid. “Das kommt für mich einfach noch zu früh. Ich weiß, dass ich noch nicht so weit bin.”

Die Akzeptanz ihm gegenüber sei in der Mannschaft allerdings sehr groß. “Es ist unübersehbar, dass die Stimmung diese Woche besser gewesen ist als davor. Es blitzt wieder in den Augen. Dadurch war es für mich auch relativ einfach”, versicherte Angerschmid, dem mit Rudolf Zauner ein Teambetreuer mit A-Trainerlizenz zur Seite gestellt wird. Anfang der Woche hatten noch die Routiniers Oliver Glasner und Herwig Drechsel die Trainings geleitet. Die Trainingspläne hatte allerdings bereits Angerschmid geschrieben.

Für sein Debüt an der Bundesliga-Outlinie ist der “Übungsleiter” zuversichtlich. “Eine Über-Drüber-Mannschaft ist der LASK auch nicht. Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht gewinnen sollten. Zu Hause können wir jeden schlagen”, sagte Angerschmid. Dabei haben die Rieder in den vergangenen sechs Runden nur einen Punkt gemacht. Der Aushilfscoach muss auf den gesperrten Toptorschützen Hamdi Salihi (12 Saisontreffer) verzichten. Über das Spielsystem – 4-4-2 oder 4-5-1 – wollten Reiter und Angerschmid daher kurzfristig entscheiden.

Der LASK hofft dagegen im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz auf ein Comeback von Christian Mayrleb. “Ich werde ihn aber nur spielen lassen, wenn er zu 100 Prozent fit ist”, versicherte LASK-Coach Karl Daxbacher, der im Fernduell um Platz drei mit der Austria den Rechenschieber betätigt. “Sechs Punkte sollten reichen”, meinte Daxbacher. Immerhin gastiert die Austria nach dem Gastspiel in Altach kommende Woche auch noch bei Meister Salzburg.

Der LASK muss zum Abschluss allerdings auch noch nach Mattersburg. “Das ist fast noch schwerer als in Ried. Die Auslosung ist für beide gleich schwer”, sagte Daxbacher. Die Ausgangsposition auch. Nur ein Tor trennt den LASK von der Austria. Die Situation in Ried sieht Daxbacher nicht als Vorteil für sein Team. “Sie sind noch enger zusammengerückt. Das macht sie gefährlich. Und auswärts haben wir sowieso Aufholbedarf.” Zuletzt hatten die Linzer am 22. Februar (2:1 bei Sturm) in der Fremde drei Punkte eingefahren.

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