Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Totales Chaos an Kärntner Grenze: Bis zu 10 Stunden Wartezeit

In der Nacht auf Sonntag brach an der Grenze zu Kärnten das Chaos aus.
In der Nacht auf Sonntag brach an der Grenze zu Kärnten das Chaos aus. ©APA/ORF KÄRNTEN
In der Nacht auf Sonntag kam es durch die neue Verordnung zu den Grenzkontrollen zu einem extremen Chaos an der Kärntner Grenze. Es kam zu Wartezeiten von bis zu zehn Stunden.

Die seit Samstag geltende Verordnung zu den Grenzkontrollen bei der Einreise nach Österreich hat in der Nacht auf Sonntag für ein totales Chaos gesorgt. Beim Karawankentunnel mussten die heimreisenden Urlauber laut Polizei bis zu zehn Stunden auf die Abfertigung warten, und auch beim Loibltunnel dauerte es in der Nacht sieben Stunden, bis die Grenze passiert war.

Wartende waren für Megastau nicht gerüstet

Im Landespolizeikommando klingelte die ganze Nacht praktisch permanent das Telefon. Reisende riefen an, um sich zu beschweren, Anfragen aus Deutschland trudelten ein, ob das denn stimme. Die Wartenden waren für einen derartigen Megastau natürlich nicht gerüstet, es taten sich grundsätzliche Probleme auf wie etwa die Frage, wo man auf die Toilette gehen konnte. Da musste teilweise die Autobahn herhalten. Den Reisenden gingen zudem die Getränke aus, keiner hatte damit gerechnet, die ganze Nacht vor dem Tunnel warten zu müssen.

Der Grund für die rekordverdächtigen Grenzwartezeiten war die neue Verordnung der österreichischen Bundesregierung. Demnach müssen die Behörden von sämtlichen Reisenden die Personalien erfassen, auch wenn sie Österreich nur durchqueren. Am Samstag und in der Nacht auf Sonntag waren vor allem deutsche und niederländische Urlauber auf der Heimreise. Nicht wenige von ihnen machten ihrem Ärger telefonisch bei der Polizei Luft. In den Morgenstunden beruhigte sich die Situation beim Karawankentunnel ein wenig, am Loiblpass wurden aber immer noch mehrere Stunden Wartezeit gemeldet.

Nur noch Stichproben

Am Sonntag in den frühen Morgenstunden entschieden die Behörden, die extrem strengen Kontrollen für die Einreisenden aus Slowenien zu lockern. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) erklärte, er habe wegen Gefahr im Verzug angeordnet, dass bei Transitreisenden nur noch stichprobenartige Kontrollen durchgeführt werden: "Das Menschenwohl steht da im Mittelpunkt."

Vor dem Karawankentunnel gab es am Vormittag noch sieben Kilometer Rückstau, die Wartezeiten lagen bei etwa drei Stunden. Am Loiblpass mussten die Reisenden aber noch vier bis fünf Stunden warten. Kaiser sagte gegenüber der APA, er habe mit dem Gesundheitsministerium telefoniert und darauf hingewiesen, dass die rigorose Umsetzung der Verordnung zu unzumutbaren Zuständen führe, allein die Hygiene-Situation sei untragbar. "Diese Verordnung war auch nicht abgesprochen. Wir werden morgen im Koordinationsgremium des Landes besprechen, wie wir weiter vorgehen."

Deutschland adaptierte Reisehinweise für Österreich

Die neue Verordnung zu den Grenzkontrollen bei der Einreise nach Österreich hat in der Nacht auf Sonntag für ein Stau-Chaos an der slowenisch-österreichischen Grenze gesorgt. Davon waren auch zahlreiche deutsche Reisende betroffen. Das Außenministerium in Berlin adaptierte in Folge am Sonntag die Reise- und Sicherheitshinweise bei Slowenien und Österreich und wies auf die Verzögerungen hin.

"Die Durchreise durch Österreich ohne Zwischenstopp ist ohne Einschränkungen möglich", hieß es dort. Und dann: "Mit Verzögerungen an der Grenze von Slowenien zu Österreich, insbesondere am Karawankentunnel und am Loibltunnel, ist aufgrund einer geänderten Verordnung mit neuen Regelungen zur Einreise aus Risikogebieten zu rechnen."

Eine offizielle Stellungnahme gab es auf APA-Anfrage seitens des deutschen Außenamtes aber vorerst nicht. Die Situation sei bekannt, hieß es, das Lagezentrum habe sich damit befasst, wolle sich aber nicht öffentlich äußern.

 Auslöser: Erklärung zur Ein- und Durchreise

Eine "Erklärung zur Ein- und Durchreise", die auf Rat des Gesundheitsministeriums rechtzeitig im Voraus auszufüllen wäre, um den Grenzübertritts zu beschleunigen, war wohl mitverantwortlicher Part für die chaotischen Zustände durch den Megastau vor dem Karawanken- und dem Loibltunnel. Das Formular ist Teil der seit Samstag geltenden Verordnung zu den Grenzkontrollen.

Für Reisende ist das Ausfüllen des Formulars verpflichtend, wenn sie aus Ländern kommen, in denen keine stabile Pandemie-Situation herrscht, ein- oder durchreisen. Eine Durchreise durch Österreich ohne Zwischenstopp ist erlaubt, die Betroffenen müssen dies aber bestätigen. Anderenfalls müssen sie sich zu einer zehntägigen Heimquarantäne verpflichten, sofern sie keinen negativen Coronatest vorlegen können.

Auf Nachfrage erklärte das Gesundheitsministerium der APA gestern, Samstag, dass etwa auch Deutsche, die aus Kroatien nach Deutschland reisen, die Erklärung auszufüllen haben. Die Reisenden müssen sich entweder an der österreichischen Grenze zur Durchreise ohne Zwischenstopp verpflichten. Ausnahmen seien Autopannen, kurzes Tanken und WC-Pausen, erklärte ein Sprecher. Sollten sie aber einen längeren Zwischenstopp in Österreich geplant haben, sei ein negativer Coronatest oder eine Quarantäne erforderlich.

Kroatien besorgt über Lage an österreichischer Grenze

Das kroatische Außenministerium hat sich über die Situation an der slowenisch-österreichischen Grenze besorgt gezeigt und dazu aufgerufen, so schnell wie möglich eine Lösung für eine schnellere Abfertigung an der Grenze zu finden. Man werde die Situation weiter verfolgen, so das Außenministerium laut einem Bericht des kroatischen Regionalsenders N1 (Online) am Sonntag.

Kroatiens Außenminister Grlić Radman kontaktierte seinen Amtskollegen Alexander Schallenberg (ÖVP), die kroatische Botschaft in Wienstehe seit dem Morgen mit dem österreichischen Außenministerium und dem Innenministerium in Kontakt, während der stellvertretende kroatische Europaminister des Außenministeriums telefonisch mit dem österreichischen Botschafter in Kroatien sprach.

Während der Gespräche wurden Kroatiens Bedenken geäußert und dringend eine Lösung für eine schnellere Abfertigung gefordert, um die "besorgniserregend lange Wartezeit" bei der Einreise nach Österreich, auch für Transitzwecke, zu verkürzen. Das kroatische Ministerium werde die Lage an der österreichischen Grenze weiterhin beobachten und entsprechend reagieren. "Wir glauben, dass bald eine Lösung zum Nutzen aller Passagiere gefunden wird, damit sie ihre Ziele so schnell wie möglich erreichen können."

>> Mehr News zur Coronakrise

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Österreich
  • Totales Chaos an Kärntner Grenze: Bis zu 10 Stunden Wartezeit
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen