Tödlicher Unfall in Neubau: Prozessstart in Wien

Prozess am Landesgericht Wien: Mann ignorierte angeblich Rotlicht und verursachte einen schweren Unfall
Prozess am Landesgericht Wien: Mann ignorierte angeblich Rotlicht und verursachte einen schweren Unfall ©APA
In Wien startet ein Prozess wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen. Ein Mann war im Oktober 2011 in Neubau stadtauswärts unterwegs gewesen und hatte mit seinem Pkw auf die Spur gewechselt, um nicht im Stau stehen zu müssen. Mit überhöhter Geschwindigkeit passierte er die Kreuzung trotz roter Ampel. Die Folgen waren verheerend.
Tödlicher Unfall in Wien
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Am 7. Oktober 2011 verursachte der 37-jährige Pkw-Fahrer im 7. Bezirk einen schweren Verkehrsunfall. Bei der Überholaktion schoss einen Smart ab, der vorschriftsmäßig von der Kirchengasse gekommen war. Infolge des Crashs “ist der Audi ohne Bodenberührung auf die Gehsteigkante zugeflogen”, schilderte ein 34-jähriger Passant, der am Zebrastreifen auf Grün gewartet hatte und vom Audi getroffen wurde. “Ich bin im Blumenbeet wieder zu mir gekommen”, erklärte der Mann im Zeugenstand, der in weiterer Folge mit schweren Verletzungen – einem Beckenbruch, einer Fraktur des linken Ellbogens und mehreren Kreuzbandrissen – im Spital gelandet war.

38-jährige Wienerin starb bei dem Unfall

Eine 37 Jahre alte Frau, die vom Audi ebenfalls mit voller Wucht getroffen wurde, konnte von Richterin Daniela Zwangsleitner nicht mehr vernommen worden. Sie starb noch an der Unfallstelle. Der Angeklagte räumte zunächst ein, er sei “aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf die Busspur gewechselt, weil ich rechts abbiegen wollte”, was sein Verteidiger Robert Lattermann nicht weiter schlimm fand: “Das ist nur eine Verwaltungsübertretung.” Er sei “zügig” in die Kreuzung eingefahren, aber nicht – wie es im Strafantrag hieß – mit 59 Stundenkilometern. Vor allem aber habe er Grün gehabt, betonte der 37-Jährige. Wenn der Lenker des Smart das Gegenteil versichere, “ist das seine Geschichte. Ich behaupte das, was ich gesehen habe.”

Der 47 Jahre alte Mann, der am Steuer des Smart saß, blieb als Zeuge bei seiner bisherigen Darstellung und sagte vor Gericht, dass er, als er in die Kreuzung einfuhr, eine grüne Ampel und den Audi noch nicht wahrgenommen hatte. Der Zeuge sagte aus: “Ich habe den Schatten erst im Moment des Aufpralls gesehen. Es war ein plötzliches Ereignis.”

Zeugen bestätigten das Fahrer Rotlicht ignorierte

Mehrere Zeugen, die im Anschluss gerichtlich vernommen wurden, bestätigten diese Angaben, indem sie dezidiert erklärten, der Angeklagte habe das Rotlicht ignoriert bzw. zu dieser Schlussfolgerung kamen. Ein Mann, der mit seinem Pkw vorschriftsgemäß auf der Neustiftgasse vor der Ampel angehalten hatte, sagte aus, der Audi sei “mit einem Karacho vorbeigeschossen, mit gefühlten 80”. Dann habe er mitansehen müssen, “wie die Menschen geflogen sind”.

Eine einzige Augenzeugin, die nach dem Unglück von der Polizei befragt worden war, hatte allerdings zu Protokoll gegeben, der Smart und nicht der Audi sei bei Rotlicht losgefahren. Weil die Frau ihrer Zeugenladung nicht nachkam, musste die Verhandlung auf den 7. November vertagt werden. Dem Angeklagten drohen bei einem Schuldspruch bis zu drei Jahre Haft.

(Red./APA)

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