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Tödlicher Kampf um Sikh-Gebetshaus in Wien 15

©APA
Streit um Glaubensfragen und das indische Kastenwesen: In Wien Rudolfsheim-Fünfhaus zückten sechs strenggläubige Sikh Waffen und attackierten zwei Gast-Prediger aus Indien. Bilanz: Eine zweistellige Zahl von Verletzten, etliche davon schwer, und ein getöteter Prediger. Bilder vom Tatort: | Video: Sikh-Schießerei in Wien 15

Video: Sikh-Prediger Sant Rama Nand starb an Verletzungen Video
Bilder vom Tatort: Wien: Schießerei in indischem Tempel | Video: Sikh-Schießerei in Wien 15 Video
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Bedeutender Sikh-Prediger unter den Schwerverletzten


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Guru außer Lebensgefahr Angeschossener Guru außer Lebensgefahr

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Angeblich geht es dem angeschossenen Guru gut
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Eskalation unabsehbar

Zahl der Attentäter noch unklar
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Hintergründe weiter im Dunkeln

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Der Gewalt-Exzess im Sikh-Tempel

16 Krankenwagen und die drei Rettungshubschrauber Christophorus 2, 3 und 9 waren im Einsatz, als eine Gruppe strenggläubiger Sikhs aus einer höheren Kaste mit langen Bärten und blau-gelben Turbanen während eines Gottesdienstes der Dalit-Glaubensströmung Shri Guru Ravidas Sabha, die sich besonders für die so genannten “Unberührbaren” einsetzt, mitten im Gebetshaus in der Wiener Pelzgasse 17 Dolche und Schusswaffen zückten und gezielt auf die beiden Gastprediger aus Indien feuerten sowie auf die Gläubigen losgingen.

Die Gurus Sant Niranjan Dass und Nand Rama Sand sind innerhalb der Religionsgemeinschaft der Sikh so bedeutende Persönlichkeiten, dass der Angriff auf sie auch in Indien noch am Tag des Gewaltaktes in Wien zu gewaltsamem Aufruhr und Angriffen auf Busse und Pkws führte.

Beide wurden bei dem Attentat durch Steckschüsse in Torso und Kopf so schwer verletzt, dass Lebensgefahr bestand. Sant Rama Nand erlag gegen Mitternacht trotz Not-Operation seinen Verletzungen.

Die anwesenden Gläubigen entwaffneten die Attentäter und traktierten sie mit Messern, sodass vier von ihnen ebenfalls schwer verletzt in Wiener Krankenhäuser gebracht werden und dort unter polizeilicher Aufsicht behandelt werden mussten.

Die Verletzten wurden über Wien verteilt, um weitere Auseinandersetzungen in den Spitälern zu verhindern.

Polizei vorab gewarnt?

Als erste Einsatzkräfte der Polizei waren Beamte aus dem Bezirk an Ort und Stelle. Diese lotsten die in Panik ins Freie strömenden Menschen weiter und sicherten den Außenbereich ab. Kurz danach waren elf Mitglieder der WEGA (Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung) an Ort und Stelle und stürmten in den Gebetssaal, der aber bis auf neun Verletzte bereits leer war.
Die Wiener Polizei und die WEGA waren mit 60 Fahrzeugen und 130 Beamten in Einsatz.

Dass es zu Auseinandersetzungen kommen könnte, hatte man in der Pelzgasse offenbar bereits geahnt. Einem Zeugen zufolge war bereits vor einigen Tagen die Polizei von der Veranstaltung und möglicherweise dabei auftretenden Schwierigkeiten informiert worden. Ausreichende Sicherheitsvorkehrungen wurden jedoch nicht getroffen. Die Polizei wollte diese Anschuldigung zunächst ohne vorherige interne Klärung nicht kommentieren, später dementierte sie: Warnungen habe es keine gegeben.

Streit unter den Gebetshäusern

Laut Kalder liegt der Tempel, der seit 25. Dezember 2005 geöffnet ist, mit anderen Gebetshäusern in Meidling und in der Donaustadt im Clinch. Die Angehörigen der anderen Tempel waren offenbar mit dem am Sonntag predigenden Guru nicht einverstanden und wollten die Gläubigen aus der Pelzgasse immer wieder “abwerben”.

Sant Rama Nand ist tot

Der bei einer Schießerei in der Sikh-Religionsstätte in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus verletzte 57-jährige Guru Sant Rama Nand ist in der Nacht auf Montag im Krankenhaus verstorben. “Der behandelnde Arzt war zunächst nach einer Notoperation zufrieden mit dem Zustand des Schussopfers”, erklärte ein Sprecher der Polizei, “allerdings kollabierte der Mann kurze Zeit später und verstarb gegen Mitternacht”.

Der Zustand von Sant Niranjan Dass war nach einer ebenfalls vorgenommenen Notoperation weiter stabil.

Die vom Verfassungsschutz aufgestellte Theorie einer spontanen Reaktion auf den Inhalt der Predigt ließ sich nicht halten: Zu organisiert war das Vorgehen, sich bewaffnet unter die Gläubigen zu mischen und dann konzertiert loszuschlagen.

Der inidsche Staat forderte eine Auslieferung der Attentäter.

Pelzgasse 17, 1150 Wien, Austria

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