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To The Night - Kritik und Trailer zum Film

Norman (Caleb Landry Jones) hat als Kind einen schweren Brand überlebt, dem seine Eltern zum Opfer fielen. Seither kämpft er mit Schuldgefühlen, versucht jedoch mit Freundin Penelope (Eleonore Hendricks) und seinem acht Monate alten Sohn Caleb ein neues Leben aufzubauen. Doch seine Dämonen holen ihn allnächtens ein.

Filmemacher Peter Brunner ist ein Meister versehrter Figuren, traumatisierter Menschen. Auch in seinem dritten Spielfilm "To the Night" - dem ersten englischsprachigen - rückt der Wiener mit Norman einen Gezeichneten ins Zentrum. Rund um Indiestar Caleb Landry Jones entfaltet sich ein bildgewaltiger Maelstrom Richtung Abgrund. Ab Freitag im Kino.

To The Night - Kurzinhalt zum Film

Die Werke des 1983 geborenen Brunner speisen sich zentral aus ihrer Oberfläche, mittels derer die Zuschauer aber in einen assoziativen Strom der Bilder gezogen werden. Auch "To the Night" besticht zunächst durch eine surreale, eindrucksvolle Lichtchoreografie, welche die Leinwand mal in höllisches Blutrot, mal in galliges Gelb taucht.

Durch diese Farborgie schleppt sich Norman, den der aus "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" bekannte Jones mit seiner prägnanten Physiognomie als Menschen am Ende spielt. Er ist Künstler und hat mit seiner Freundin Penelope (Eleonore Hendricks) soeben Sohn Caleb bekommen. Und doch peinigen ihn in steten Rückfällen die Erinnerungen an ein Feuer, das er als Kleinkind überlebte, während seine Eltern starben.

Diesem Erinnerungsdruck unterworfen, müht sich Norman manisch, das Erlebte durch seine Kunst zu verarbeiten, durch Reenactments des Traumas eben dieses zu überwinden. Dabei öffnet er jedoch nicht nur für sich die psychische Büchse der Pandora, sondern zieht alle in seinem Umfeld in die Obsession, der nicht zuletzt sein blinder Freund Andi zum Opfer fällt.

To The Night - Die Kritik

Letztlich stellt diese narrative Ebene für den Haneke-Schüler Brunner, der auch für Drehbuch und Schnitt verantwortlich zeichnet, allerdings kein Kriterium dar. "To the Night" zeigt wie im Stroboskoplicht aufflackernde Impressionen eines Lebens, einer Verfasstheit, die letztlich auch ohne chronologische Abfolge auskäme. Frei in der Montage, ist das Werk ein mäandernder Gang durch eine geschundene Psyche.

Brunner gelingt für beinahe jedes Bild eine hochästhetische Umsetzung, die sich doch meist leichtfüßig in den Fluss einfügt und nie in den Vordergrund spielt. Surrealismus und Naturalismus geben sich hier die Hände. In dieser Abwärtsspirale der assoziativen Bilder, zieht der uneitel bis zum Exzess agierende Caleb Landry Jones trotz des vorhandenen Raums für seine Mitspieler letztlich allen Fokus auf sich - ein Kennzeichnen für das Doppelwesen der manischen Persönlichkeit.

Parallelen zu Gaspar Noes jüngstem Werk "Climax" oder Gregor Schmidingers "Nevrland" drängen sich auf, werden doch drogeninduzierte Realitäten in extenso gezeigt, die nichts von Versprechen haben, sondern wahre Horrortrips sind. Und dieser Blick ist vielleicht typisch für den skeptischen, verzagenden Zeitgeist.

Dennoch dürfte "To the Night" für den breiten Markt vermutlich zu experimentell sein, bleibt die klare Narration zu sehr bruchstückhaftes Mosaik. Auch wirkt die Symbolik streckenweise zu verkopft, wenn Normans Freundin mit Penelope den Namen von Odysseus treuer Gattin trägt, die ebenfalls darbende Freundin Luna, also Mond heißt und das Baby auf den realen Namen des Hauptdarstellers hört. Und doch wagt sich Brunner an etwas, das man auch als versöhnliches Ende interpretieren könnte. Das ist dann ja auch ein Statement.

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(APA/Red)

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