Tischtennis: Boll sagte für EM in Schwechat ab

Deutscher leidet an grippalem Infekt
Deutscher leidet an grippalem Infekt
Nach Ex-Weltmeister und Lokalmatador Werner Schlager hat am Mittwoch auch Rekord-Europameister Timo Boll für die Tischtennis-EM von 4. bis 13. Oktober im Schwechater Komplex Mulitversum/Werner Schlager Academy (WSA) abgesagt. Der mit 16 Titeln Rekord-Europameister muss wegen einer fiebrigen Grippe passen, nachdem er eine Schulterzerrung einigermaßen in Griff bekommen hatte.


Boll wäre vor den Toren Wiens als Titelverteidiger in Einzel und mit der Mannschaft angetreten und hätte sich mit seinem Landsmann Patrick Franziska um sein sechstes EM-Gold im Doppel beworben. Im Einzel hält der 32-Jährige bereits bei sechs EM-Titelgewinnen, mit der Mannschaft sind es deren fünf. Deutschlands Bundestrainer Jörg Roßkopf nominierte Ruwen Filus als Ersatzmann von Boll.

Der wird die Titelkämpfe nun nur medial verfolgen können. “Ich bin echt platt, und Europa ist zu stark, als dass ich mit halber Kraft konkurrenzfähig wäre”, begründete der Weltranglisten-Fünfte seinen EM-Verzicht. Doppelt bitter, da es sich mit der Heilung der lädierten linken Schulter wohl ausgegangen wäre. “Ich war guten Mutes, dieses Problem rechtzeitig in den Griff zu bekommen.”

Es sind Europas erste Kontinental-Meisterschaften ohne Boll seit 1996, elfmal in Folge ist er zuletzt dabei gewesen. Bei Schlager sind es sogar 15-mal in Serie, zuletzt hatte der noch bis Freitag 40-Jährige 1988 gefehlt. Wäre der Niederösterreicher im Mannschaftsbewerb aber gar nicht zum Einsatz gekommen wäre, fehlt den Deutschen im Kampf um den ersten Herren-Titel der Titelkämpfe nun ihr Führungsspieler.

Allerdings haben sie mit Dimitrij Ovtcharov den Weltranglisten-Sechsten und Olympia-Dritten von 2012 in ihren Reihen. Mit Patrick Baum (21.) und Bastian Steger (29.) sind auch die nächstbesten Spieler im Ranking vor Robert Gardos (34.) als bestem Österreicher klassiert. Boll ist daher zuversichtlich: “Unsere Jungs sind auch ohne mich so stark, dass es mit der Mannschaft hoffentlich für Gold reichen wird.”

Boll erklärte Ovtcharov im gleichen Atemzug zum nun großen Favoriten auf Einzelgold, den EM-Knüller zum Auftakt bildet am 4. Oktober (18.00 Uhr) aber das Team-Achtelfinale Deutschland gegen Österreich. “Jetzt wird noch mehr Kampf im Spiel sein. Timo hilft auch immer durch seine Präsenz und Ruhe”, merkte Roßkopf an. “Aber die anderen müssen beweisen, dass sie auch ohne Timo gewinnen können.”

ÖTTV-Spieler Daniel Habesohn sieht die Chance auf Verhinderung des sechsten deutschen Team-Golds in Serie nur leicht verbessert. “Ein Sieg wäre immer noch eine Sensation”, sagte der Wiener. “Aber die anderen deutschen Spieler haben jetzt natürlich mehr Druck. Wir werden sehen wie sie damit umgehen können.” Im Doppel profitieren Habesohn/Robert Gardos als Titelverteidiger sicher ein wenig von der Absenz Bolls.

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