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Tirols ÖVP-Chef Mattle kritisiert Wohnungskredit-Vorgaben vom Bund

Der Tiroler ÖVP-Chef Anton Mattle kritisierte den Bund vor den Tirol-Wahlen wegen der Wohnbaukredit-Vorgaben scharf.
Der Tiroler ÖVP-Chef Anton Mattle kritisierte den Bund vor den Tirol-Wahlen wegen der Wohnbaukredit-Vorgaben scharf. ©APA/EXPA/JOHANN GRODER
Rund ein Monat vor der Tiroler Landtagswahl kritisierte der Tiroler ÖVP-Obmann Anton Mattle am bund und der Finanzmarktaufsicht (FMA) die neuen Wohnungskredit-Vorgaben.

Anton Mattle, der Tiroler ÖVP-Obmann und Spitzenkandidat bei den Tiroler Landtagswahlen 2022, übt scharfe Kritik am Bund bzw. der Finanzmarktaufsicht (FMA) wegen der neuen Vorgaben bei Wohnungskrediten. Seit 1. Juli müssen beim Kauf einer Immobilie 20 Prozent des Preises als Eigenkapital nachgewiesen werden, die monatliche Kreditrate darf höchstens 40 Prozent des Nettohaushaltseinkommens ausmachen und die Kreditlaufzeit 35 Jahre nicht übersteigen. Mattle sieht dadurch "jungen Menschen in Tirol und Österreich die Zukunft" verbaut.

Tirols ÖVP-Chef Mattle kritisiert Wohnungskredit-Vorgaben

Dies teilte der bei der Landtagswahl als ÖVP-Spitzenkandidat antretende derzeitige Wirtschaftslandesrat in einem Schreiben an Parteifreund und Finanzminister Magnus Brunner mit, wie die "Tiroler Tageszeitung" (Freitagsausgabe) berichtete. Der wahlkämpfende Mattle appellierte laut dem Bericht deshalb an Brunner sowie die Vorstände der FMA, Helmut Ettl und Eduard Müller, die betreffende Verordnung zu überdenken, ihre Auslegung zu lockern und den Banken mehr Ermessensspielraum einzuräumen.

Wohnungskredit-Vorgaben vom Bund erschweren Kreditaufnahme

"Zu meiner Verwunderung und - ehrlicherweise - auch zu meiner Verärgerung erschwert die oben genannte Verordnung nicht nur die Kreditaufnahme, sondern unterbindet auch jegliche Maßnahmen der Bundesländer, um junge Menschen mit ausreichend Eigenkapital auszustatten. Einzige Ausnahme: Geld zu verschenken. Von einer nachhaltigen Verordnung kann hier also nicht die Rede sein", zitierte die "TT" aus dem Schreiben Mattles, der in der Landesregierung auch für die Jugendagenden zuständig ist.

ÖVP-Ombann Mattle wirft FMA "Gold Plating" vor

Der ÖVP-Politiker wirft der FMA "Gold Plating" vor, also die Übererfüllung von EU-Mindeststandards. Er habe den Eindruck, dass man als Republik Österreich wieder einmal weit über den europäischen Mindeststandards liege, so Mattle: "In meinen Augen ist die FMA in dieser Angelegenheit massiv über das Ziel hinausgeschossen."

Tiroler SPÖ: SPÖ-Antrag "im Mai 2022 einstimmig beschlossen"

Die Tiroler SPÖ erinnerte indes daran, dass ein dementsprechender SPÖ-Antrag bereits "im Mai 2022 einstimmig im Landtag beschlossen" worden war. "Seither hätte die Landesregierung die Aufgabe gehabt, an die Bundesregierung heranzutreten, um die 20-Prozent-Hürde in Wien zu verhindern", sagte Landesparteivorsitzender Georg Dornauer in einer Aussendung. Es freue ihn aber, "dass Anton Mattle nicht nur unsere roten Luftballons im Wahlkampf verwendet, sondern auch unsere Themen endlich aufgreift".

NEOS zeigten sich verwundert über Mattles Aussagen

Die NEOS zeigten sich "verwundert" über Mattles Aussagen und qualifizierten sie als "reines Wahlkampfgetöse". "In populistischer Wahlkampfmanier vergisst er, dass besonders in Tirol die Preise in den vergangenen Jahren explodiert sind", sagte Abg. Yannick Shetty, der sich als pinker Jugend- und Integrationslandesrat anbietet. Grund dafür seien "viele unterkapitalisierte Kredite und der mit viel Geld geflutete Immobilienmarkt", meinte er. "Diese Aussagen zeigen einmal mehr, dass die ÖVP Wirtschaft und Zukunft nicht kann". Die Pinken forderten dagegen, dass die "Grunderwerbssteuer auf die erste Wohnung für alle Menschen unter 35 Jahren ersatzlos gestrichen wird".

(APA/Red)

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