Tim Bendzko musste bei Konzert im Gasometer "nur noch kurz Wien retten"

Tim Bendzko ist am 1. März 2014 im Wiener Gasometer aufgetreten.
Tim Bendzko ist am 1. März 2014 im Wiener Gasometer aufgetreten. ©Kai Stuth 2013
Mit seiner Single "Nur noch kurz die Welt retten" hat es Tim Bendzko es auch in Österreich in die Top Ten geschafft. Bei seinem Konzert im Wiener Gasometer am Samstagabend präsentierte er dem tatsächlich kreischenden Publikum Altes, Neues und ein überraschendes Grönemeyer-Cover.

Gleich zu Beginn des Konzerts im Wiener Gasometer macht Singer/ Songwriter Tim Bendzko klar, was diesen Auftritt tragen wird: Seine Stimme allein. Hören konnte man ihn bevor man ihn sehen konnte und der 28-Jährige, der sich übrigens von seiner markanten lockigen Frisur getrennt hat, zeigte eindrucksvoll, dass er nicht nur seinen Stimmbereich kennt und beherrscht, sondern auch den Grat zwischen samtig und treffsicher überbrücken kann.

Tim Bendzko liebt sein Publikum

Mit „Mein Leben ist dein Leben“ startet das Konzert ruhig, aber direkt mit dem zweiten Song „Ich steh nicht mehr still“ wird ordentlich an Tempo zugelegt. Hat Tim Bendzko zu Beginn seines Auftritts vielleicht noch den Eindruck erweckt, er halte sich am liebsten am linken Bühnenrand auf, zeigt er bei diesem Lied, dass er auch in der Bühnenmitte fast selbstvergessen abrocken und tanzen kann. Und erst danach wendet er sich mit einem charmanten „Grüß Gott, Wien“ an sein (im Laufe des Abends immer wieder auch kreischendes) Publikum.

Ein Publikum, das er in seiner Größe zuerst deutlich über-, dann unterschätzt: Vor “25.000 Menschen in Wien” zu spielen, habe er sich als Schüler kaum ausmalen können, gibt er zunächst an. Später erkennt er an der Lautstärke der Zurufe, dass sich „28 Männer und 28 Frauen“ im Zuschauerraum befinden. Er scherzt, dass er sich freue, auch einmal Frauen im Publikum zu sehen, da in Deutschland nur Männer seine Konzerte besuchen. Außerdem leben seiner Meinung nach in Österreich „die schönsten Frauen der Welt“. Tim Bendzko liebt sein Publikum – und sein Publikum liebt ihn.

“Wien nur einen Augenblick behalten”

Nach “Ohne zurück zu sehen” und dem Titelsong des aktuellen Albums “Am seidenen Faden” folgen “Es geht wieder vorbei” und „Wo sollen wir nur hin”. Bei diesem sechsten Song lässt Tim Bendzko seinen Background-Sänger, einen ehemaligen Schulkameraden und langjährigen Freund, wie er berichtet, zu sich ins Scheinwerferlicht treten. Ein Duett zweier Männerstimmen, die sich gesanglich ebenbürtig sind und Bendzko trotzdem ganz offensichtlich keine Angst haben muss, dass ihm die Show gestohlen wird. Es ist nicht das letzte Mal an diesem Abend, dass er einem Bandmitglied– insgesamt stehen sie zu acht auf der Bühne – die Möglichkeit gibt, dem Publikum zu zeigen, was er oder sie kann. Besonders lobend hervorzuheben ist das Gitarren-Solo bei “Alles was du wissen musst”.

Zum ersten Mal greift der Berliner nach „Unter die Haut” selbst zur Gitarre, um die Shopping Hymne „Alles gelogen”, die zugleich von einer zukünftigen unglücklichen Liebe handeln könnte, zu performen. Er scheut sich nicht, das Wort „Tüte” zu gebrauchen, versucht aber so oft wie möglich Wien in seine Texte einzubauen. „Und gleich darauf bin ich dann wieder in Wien”, singt er beispielsweise bei „Nur noch kurz die Welt retten”, „Weil ich erst durch Wien wieder am Leben bin” und „Was muss ich tun, damit ich Wien nur einen Augenblick behalten kann” bei seiner zweiten Zugabe „Mehr davon”. Tatsächlich konnte er Wien jedoch sehr viel länger behalten, als nur einen Augenblick.

 

Altes, Neues und Überraschendes beim Konzert

Ausgewogen aus alten, d.h. vom 2011 erschienenen Album “Wenn Worte meine Sprache wären”, und neuen Songs war die Mischung der Setlist beim Konzert im Gasometer. Überraschend kamen das Herbert Grönemeyer-Cover “Was soll das?”, das sich jedoch nahtlos eingepasst hat, und das musikalische Zitat von Wir sind Heldens “Rüssel an Schwanz” bei “Wenn Worte meine Sprache wären”.

Dass einen Tag zuvor die Söhne Mannheims im Gasometer aufgetreten sind, sprach Tim Bendzko zwischen zwei Songs an. Fans merkten sofort, dass zwischen den Zeilen bei dieser beiläufigen Bemerkung noch mehr mitschwang, denn schließlich waren die Söhne Mannheims eine für Tim Bendzko nicht unerhebliche Station seiner Karriere.

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