Tiefe Trauer bei SK Austria Kärnten um Adam Ledwon

Tiefe Trauer herrscht beim Kärntner Fußball-Bundesligist Austria Kärnten über den Freitod des polnisch-deutschen Fußballprofis Adam Ledwon (34).

Die Leiche des Mittelfeldspielers war am Mittwochabend von Clubkollegen Patrick Wolf in der Wohnung Ledwons – unweit des EM-Stadions in Klagenfurt – gefunden worden. “Das ist ein irrsinniger menschlicher Verlust für uns”, sagte Präsident Mario Canori am Donnerstag.

Was die Verzweiflungstat des zweifachen Familienvaters ausgelöst hatte, ist vorerst unklar. “Mein Eindruck war, dass Adam in letzter Zeit emotional sehr aufgewühlt war”, erklärte Canori. Seine Frau war im Herbst von Klagenfurt nach Polen zurückgekehrt. “Das ist aber Monate her, was das Fass zum Überlaufen gebracht hat, weiß ich nicht”, sagte der Präsident.

“Sportlich ist uns eine Säule weggebrochen. Adam war eine Integrationsfigur und mit seinem Einsatz ein Vorbild für die Jugend”, meinte Canori. Man habe für die kommende Saison voll auf den Polen gesetzt. Ledwon hatte zuletzt ein attraktives Angebot von Admira Schwadorf abgelehnt und wollte ein weiteres Jahr in Klagenfurt anhängen.

Ledwon wurde am 15. Jänner 1974 in Olesno (Rosenberg) geboren, er besaß sowohl die polnische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Er startete seine Fußball-Erstligakarriere beim polnischen Club GSK Kattowitz, später führte sein sportlicher Weg über Deutschland (Bayer Leverkusen, Fortuna Köln) zur Wiener Austria. Nach Stationen bei der Admira und Sturm Graz wechselte Ledwon im vergangenen Sommer zum SK Austria Kärnten und stand für die Klagenfurter in 30 von 36 Runden am Platz.

In Klagenfurt wurde der defensive Mittelfeldspieler dank seines Einsatzes auf dem Spielfeld auf Anhieb zum Publikumsliebling und zur Leitfigur innerhalb der Mannschaft, als deren Kapitän er zeitweise fungierte.

Steckbrief Adam Ledwon

Adam Ledwon (34)
Geboren: 15. Jänner 1974 in Olesno (Rosenberg/POL)
Gestorben: 11. Juni 2008 in Klagenfurt
Familienstand: Verheiratet (Mariola), zwei Kinder (Kamil, Wojliech)
Staatsbürgerschaften: Polen, Deutschland

Position: Mittelfeld

Karrierestationen:
GSK Kattowitz (1991 bis 1997)
Bayer Leverkusen (1997 – 1999)
Fortuna Köln (1999 – 2000)
Austria Wien (Mai 2000 – August 2002)
Admira Wacker Mödling (August 2002 – Mai 2005)
SK Sturm Graz (Juni 2005 – Juni 2007)
SK Austria Kärnten (ab Sommer 2007)

Größte Erfolge: Zweimal Vizemeister mit Kattowitz, 1993 Cupsieger mit Kattowitz, 1999 Vizemeister in Deutschland mit Leverkusen

Länderspiele: 18 (1 Tor), Debüt am 14. April 1993 beim 2:1 gegen Finnland

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