Thomas Morgenstern Österreichs Sportler des Jahres

Mit Gesamt-Weltcupsieg, Weltmeistertitel von der Normalschanze und dem Erfolg bei der Vierschanzen-Tournee hat Thomas Morgenstern die heimischen Sportjournalisten überzeugt.
Mit Gesamt-Weltcupsieg, Weltmeistertitel von der Normalschanze und dem Erfolg bei der Vierschanzen-Tournee hat Thomas Morgenstern die heimischen Sportjournalisten überzeugt. ©APA
Skispringer Thomas Morgenstern ist zum zweiten Mal nach 2008 Österreichs Sportler des Jahres.
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Die Ergebnisse im Detail

Morgenstern gewann auch mit dem ÖSV-Springerteam die Mannschaftswertung. Morgenstern entschied die von Sports Media Austria (SMA), der Vereinigung der österreichischen Sportjournalisten, durchgeführte Wahl mit 947 Punkten (125 erste Plätze) klar vor Snowboard-Doppelweltmeister Benjamin Karl (429/17) und seinem Teamkollegen Gregor Schlierenzauer (378/12) für sich. Vorjahressieger Jürgen Melzer (304) belegte Rang vier. Der Kärntner Morgenstern ist in der seit 1949 durchgeführten Wahl erst der dritte Mehrfach-Sieger aus dem Springer-Lager nach Armin Kogler (1979, 1981, 1982) und Andreas Goldberger (1993, 1996).

Traumsaison für Morgenstern

Mit Gesamt-Weltcupsieg, Weltmeistertitel von der Normalschanze und dem Erfolg bei der Vierschanzen-Tournee hat Thomas Morgenstern die heimischen Sportjournalisten überzeugt. Der 25-jährige Kärntner wurde am Montag in der Eventpyramide Vösendorf zu Österreichs Sportler des Jahres 2011 gekürt, außerdem gehörte er auch der siegreichen Skispringer-Mannschaft an.Es war bereits der zweite Triumph nach 2008 für den zweifachen Olympiasieger von Turin 2006. Einige Jahre später präsentiert sich der Skisprung-Star gereift, aber authentisch wie immer. Gewandelt hat sich seine Einstellung. Nach einer schwierigen Phase, in der Gregor Schlierenzauer dem regierenden Weltcupsieger den Rang abgelaufen hatte, gilt nun Lockerheit und Spaß am Sport als oberste Maxime.

Riesentalent Morgenstern

Das Riesentalent des Thomas Morgenstern hatte sich schon in seinem erst fünften Weltcup-Springen gezeigt. Als 17-Jähriger feierte er am 11. Jänner 2003 in Liberec seinen ersten Weltcup-Sieg. “Ich war damals wie in einer anderen Welt, wie im Traum, es war einer der schönsten Momente meines Lebens”, erinnerte sich der Kärntner einmal.

Dass im Sport Triumph und Schmerz ganz nahe beieinander liegen können, musste Morgenstern auch schon früh erfahren. Rund zehn Monate nach seinem Premierensieg stürzte er in Kuusamo schwer. “Es war ein spektakulärer Sturz, da habe ich es sogar in die New York Times geschafft”, meinte er dazu später lachend. “Ich sehe das irgendwie als Startschuss für meine Karriere, da habe ich sehr viel daraus gelernt.”

Die Jahre im Spitzensport sind für ihn überhaupt eine große Lebensschule. Heute präsentiert sich Morgenstern, der mit Langzeit-Freundin Kristina im neuen Haus in Seeboden am Millstättersee lebt, nicht zuletzt dank neuer mentaler Betreuung abgeklärt, ruhig und gelassen. “Stolz bin ich vor allem auf die Konstanz, die ich über die acht Jahre hatte. Ich war immer unter den ersten Sieben im Gesamt-Weltcup, abgesehen vom ersten Jahr, aber da war ich nur in circa zehn Springen dabei”, sagte er am Ende der vergangenen Saison.

Polizeischüler und Privatpilot

Der frühere Polizeischüler hat die Ausbildung zum Privatpiloten absolviert, derzeit ist im Sommer der Autorennsport sein liebstes Hobby. Morgenstern bestritt heuer zahlreiche Rennen. “Jetzt ist das Skispringen wieder voll im Fokus, aber nächstes Jahr möchte ich mit Autorennen weitermachen”, sagte der Kärntner. Der Spaß soll auch in seinem Hauptberuf an vorderster Stelle stehen. “Das ist ein wichtiger Faktor. Ich freue mich auf den Schnee, bin riesig motiviert, aber ich denke nicht ergebnisorientiert. Die weitere Entwicklung steht im Vordergrund.”

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