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Thiem besiegte erstmals Grand-Slam-Rekordgewinner Federer

Thiem spielt endgültig im Konzert der Großen
Thiem spielt endgültig im Konzert der Großen
Der Niederösterreicher Dominic Thiem hat am Donnerstag einen weiteren Meilenstein in seiner Tennis-Karriere gesetzt. Erstmals besiegte der 22-Jährige Rekord-Grand-Slam-Sieger Roger Federer, im Achtelfinale von Rom gewann das ÖTV-Ass gegen den Schweizer in 79 Minuten 7:6(4),6:4. Damit steht Thiem zum zweiten Mal in seiner Karriere nach Miami 2015 im Viertelfinale eines Masters-1000-Turniers.


Im Head-to-Head mit Federer stellte Österreichs Nummer eins auf 1:1, nachdem er am 9. Jänner im Halbfinale des Hartplatz-Turniers von Brisbane dem Eidgenossen unterlegen war. Nun schlug Thiem auf Sand zurück und feierte im 17. Anlauf seinen vierten Sieg gegen einen Top-Ten-Spieler. 2016 ist diese Bilanz mit 3:4 fast ausgeglichen. Bezwungen hat Thiem heuer auf Sand auch die Spanier Rafael Nadal und David Ferrer.

Fairerweise muss aber angemerkt werden, dass Thiem diesmal auf einen nicht in Topform befindlichen Federer getroffen ist. Der womöglich beste Spieler aller Zeiten hatte seit einer Ende Jänner erlittenen Meniskus-Blessur und -Operation vor dem Thiem-Match nur vier Matches bestritten, Rom ist seit damals sein erst zweites Turnier nach dem Monte-Carlo-Viertelfinale. Zudem leidet der 34-Jährige an Rückenproblemen.

Daher hatte Federer vor seinem Rom-Auftaktsieg am Mittwoch gegen die deutsche Hoffnung Alexander Zverev gar nicht unbedingt mit einem Erfolg gerechnet gehabt und entschied erst Donnerstagvormittag nach dem Einschlagen für ein Antreten gegen Thiem. 34 unerzwungene Fehler und keine optimale Servicequote des Weltranglisten-Zweiten zeugten aber dann davon, dass er gehandicapt auf den Court gekommen war.

Sir wie er ist, ließ sich Federer in der Partie davon aber nichts anmerken. Nach abgewehrtem Breakball in seinem ersten Service-Game nutzte Federer vielmehr seine erste Möglichkeit zum Break, Thiem schlug aber postwendende zum 3:3 zurück. Danach ging es mit dem Aufschlag bis ins Tiebreak, in dem Thiem nach 2:3-Rückstand zur Topform aufgelaufen ist und keinen Punkt Federers mehr zugelassen hat.

Nach teilweise mangelnder Präzision in der Länge seiner Schläge im ersten Durchgang fand Thiem, angespornt von der Satzführung, im zweiten Satz noch besser ins Spiel und ließ keine Breakchance gegen sich mehr zu. Er selbst nutzte als Rückschläger seine zweite Chance zur 3:2-Führung, vergab einen weiteren Breakball zum 5:2 und servierte schließlich in diesem Generationen-Duell zum Sieg aus.

“Ich bin sehr glücklich, im Viertelfinale zu stehen”, sagte Thiem in einer ersten Stellungnahme, nachdem er auf 29 Winner und 13 unerzwungene Fehler gekommen war. “Es war ein sehr trickreiches Match heute. Natürlich war er (Anm.: Federer) nicht bei 100 Prozent, trotzdem hat er noch immer einige sehr gute Bälle gespielt.”

Nun wartet mit dem 26-jährigen Japaner Kei Nishikori, der sich gegen den Franzosen Richard Gasquet 6:1,6:4 durchsetzte, die nächste harte Aufgabe. “Das wird bestimmt sehr schwer. Ich habe einmal gegen ihn gespielt im letzten Jahr auf Rasen in Halle (6:7,5:7-Niederlage, Anm.), also das wird morgen etwas ganz Anderes”, merkte Thiem vor der Partie gegen den Weltranglisten-Sechsten an. “Aber er ist ein sehr solider Spieler, macht wenig Fehler und viel Druck. Also es wird sehr, sehr schwer.”

Thiem-Trainer Günter Bresnik nahm danach Gratulationen der APA entgegen und hatte da auch schon mit Federer gesprochen. Demnach habe der keine Schmerzen gehabt, sich allerdings ein bisschen steif gefühlt. Bresnik betonte die Fairness und Sportlichkeit des Ausnahmekönners, er werde immer vor ihm den Hut ziehen. Thiems Erfolg wird dadurch allerdings doch noch ein wenig aufgewertet.

Er hält mit dem Viertelfinale in der europäischen Sandplatzsaison nun schon bei zwölf Matches, Bresnik hatte vor den French Open auf 15 gehofft. Davor kommt nächste Woche noch in Nizza seine erste Titelverteidigung auf der Tour.

Federer war trotz der Niederlage nicht unzufrieden. “Ich bin froh, dass ich gespielt habe und fühle mich nicht schlechter als gestern. Das Resultat war heute sekundär. Ich bin schon zufrieden, dass ich innerhalb von zwei Tagen vier Sätze spielen konnte, wodurch ich viele Informationen erhalten habe”, betonte der 34-jährige Schweizer nach dem Match gegen Dominic Thiem.

Aber natürlich beginne nun die Uhr Richtung Grand-Slam-Turnier in Paris immer lauter zu ticken. “Die nächsten zehn, zwölf Tage sind für meine Genesung wichtig”, erklärte Federer. “In meinem jetzigen Zustand würde ich in Roland Garros nicht antreten. Das würde keinen Sinn machen”, stellte der Rekordgewinner von 17 Grand-Slam-Turnieren klar. “Aber ich weiß, dass es mir in zehn Tagen viel besser gehen kann.”

2016 war bisher ein Seuchenjahr für Federer. Nach seiner Meniskusverletzung nach den Australian Open, die ihn zu einer Operation und einer mehrwöchigen Wettkampfpause gezwungen hatte, verhinderte eine Magen-Darm-Grippe seine Teilnahme am Turnier in Miami im März. Nun zwickt der Rücken, weswegen er für das Turnier in der vergangenen Woche in Madrid absagen musste. Federer hat in diesem Jahr erst 15 Partien bestritten.

Eine kurzfristige Teilnahme am Turnier in Genf in der nächsten Woche schloss der Weltranglistenzweite kategorisch aus: “Das ist keine Option.” Es sei sinnvoller zu trainieren, als Partien zu bestreiten. “Im Training kann ich die Situation besser kontrollieren und auch einmal nach einer Stunde aufhören. Das ist in einem Turnier selbstverständlich nicht möglich.”

Im Hinblick auf das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres (22. Mai bis 5. Juni) sei die Frage, wie viele Tage er davor im Vollbesitz seiner Kräfte werde trainieren können. “Sind es drei, fünf – oder eine Woche?” Klar sei, dass man in Paris keine Wunder von ihm erwarten dürfe. “Die Chancen sind nicht sehr groß, dass ich in Roland Garros ein super Turnier spiele.”

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